Eine Verschnaufpause kann sich
freenet-Chef
Eckkard Spoerr jetzt erst einmal gönnen. Allerdings nur eine sehr kurze, denn nach einer turbulenten
Hauptversammlung am Freitag, auf der er seine Abwahl als Vorstandsvorsitzender nur relativ knapp verhindern konnte, warten noch einige schwierige Aufgaben auf den Unternehmensgründer.
Vertrauensentzug gescheitert
Leicht ist es den rund 1.500 Aktionären in Hamburg allerdings nicht gefallen, gegen den Vorschlag der beiden Großaktionäre
United Internet und
Drillisch, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen, zu stimmen. Gründe, wie beispielsweise der schlechte Aktienkurs, die hohen Schulden durch den
debitel-Kauf vor wenigen Wochen und die fehlende Dividendenausschüttung in diesem Jahr, hätte es jedenfalls reichlich gegeben. Doch die Mehrheit der Aktionäre glaubte trotz deutlicher Kritik an die neuen Pläne der freenet-Führung und stimmte gegen den Vertrauensentzug. Und machte damit die
Zerschlagungspläne der Konkurrenten United Internet und Drillisch zunichte.
Handy-Geschäft soll vorangetrieben werden
Eckhard Spoerr hat bereits Pläne geschmiedet, um die Erwartungen seiner Aktionäre am Ende doch noch erfüllen zu können. Demnach soll das Handy-Geschäft nach der debitel-Übernahme weiter vorangetrieben werden. Zudem könne er jetzt als drittgrößter deutscher Mobilfunkanbieter nach
T-Mobile und
Vodafone auch bessere Konditionen mit den drei Netzbetreibern aushandeln. Zugleich bestätigte der freenet-Gründer seine Absicht, zum Abbau der Schulden die DSL-Sparte von
freenet noch in diesem Jahr
verkaufen zu wollen. Ein möglicher Interessent dafür sei beispielsweise United Internet-Chef
Ralph Dommermuth.