Das Rad der Konsolidierung auf dem DSL-Markt dreht sich immer schneller. Die
DSL-Sparte von Freenet steht bereits seit längerer Zeit zum
Verkauf, Vodafone hatte Arcor im Mai komplett
übernommen. Nun rückt ein neuer potentieller Kandidat für einen Verkauf ins Rampenlicht.
Wird Alice Spanierin?
Der mit seiner Marke
Alice bundesweit bekannte Hamburger DSL-Provider Hansenet legt am Freitag seine Halbjahresbilanz vor. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" wird Hansenet seine Jahresziele höchstwahrscheinlich nicht mehr erreichen können. Stattdessen würde der neue Hansenet-Chef Carlos Lambarri das Unternehmen "mit eiserner Hand" auf Profitabilität für einen möglichen Verkauf oder eine Fusion mit Versatel ausrichten. Der Telefonservice sei bereits stark zurückgefahren worden, die Investitionen in den Ausbau eines schnelles Glasfasernetzes
eingeschränkt worden. Wie die "Welt" aus Branchenkreisen erfahren haben will, habe es bereits erste Gespräche mit Versatel auf gleicher Augenhöhe gegeben. Sollte eine Fusion mit Versatel scheitern, so stehe die spanische Telefónica als Käufer bereit.
Möglicher Kaufpreis: Mehr als eine Milliarde Euro
Über einen möglichen Verkaufspreis von Hansenet wird laut "Welt" bereits spekuliert. Die Hansenet-Muttergesellschaft Telecom Italia erhoffe sich einen Erlös von mehr als einer Milliarde Euro. Im Falle einer Fusion mit Versatel hätte auch Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet ein Wort mitzusprechen, da sein Konzern mit rund
25 Prozent als Großaktionär an Versatel beteiligt ist. Dommermuth hatte bereits im Frühjar nicht ausgeschlossen, dass
Alice "irgendwann mal" ein interessanter Übernahmekandidat werden könnte. Sollte United Internet nicht wie geplant die DSL-Sparte von freenet erwerben können, so würde jetzt mit Hansenet eine Kaufalternative bereitstehen.