Ende Juli hat die amerikanische Regulierungsbehörde für Telekommunikationsdienstleistungen (FCC) angekündigt, den US-Kabelnetzbetreiber
Comcast wegen Verletzung der Netzneutralität zu rügen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr zahlreiche Kunden bei der Nutzung von
BitTorrent durch Bandbreiten-Drosselung bewusst ausgebremst. Erst nach Protesten und einer Untersuchung durch eine Kommission der FCC hat Comcast die Bremse wieder zurückgenommen.
Genaue Untersuchung läuft noch
Sanktionen gegen den
Kabelnetzbetreiber wird es aber wohl nicht geben, obwohl es anfangs noch danach aussah. Begründet hatte Comcast sein nicht erlaubtes Vorgehen mit einer bevorstehenden Überlastung seines Netzwerkes, was sich aber im Nachhinein als falsch erwies. "Wir sagen den Providern nicht, wie sie ihr Netzwerk verwalten sollen", erklärt FCC-Chef Kevin Martin. So könnten sich Unternehmen beispielsweise dafür entscheiden, Telefonate über
VoIP zu bevorzugen. Desweiteren kündigte die Regulierungsbehörde an, eine umfangreiche Untersuchung einzuleiten, um den genauen Sachverhalt sowie die Hintergründe für die Entscheidung von Comcast zu erkennen. Zudem solle geprüft werden, ob das Unternehmen gegen geltende Richtlinien verstoßen habe. Dafür spreche vor allem der mangelnde Zusammenhang zwischen der Dauer der Bandbreiten-Drosselung und den Dateigrößen, sowie der Tatsache, dass man all dies vor den
Filesharing-Kunden geheim gehalten habe.
Widersprüchliche Aussage der FCC
Obwohl dies eigentlich gegen den Grundsatz der Netzneutralität spreche, befürworte die FCC die Drosselung bestimmter Protokolle trotzdem. Allerdings nur für den Fall, dass es dafür auch wirklich wichtige Gründe vorliegen würden. Comcast steht der Untersuchung allerdings gelassen gegenüber, da es laut dem Unternehmen noch keine Gesetze gebe, auf deren Basis Geschäftspraktiken eines Unternehmens sanktioniert werden könnten. Zudem sei nur ein sehr geringer Teil an Kunden von den Einschränkungen betroffen gewesen. Diese hätten aber einen vergleichsweise hohen Anteil an der
Bandbreiten-Nutzung gehabt.