Mit einem dicken Minus hat der größte deutsche Pay-TV-Sender Premiere das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen. Zwischen April und Juni 2008 machte Premiere einen Verlust von 37,8 Millionen Euro. Das sind gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres noch einmal 9,7 Millionen Euro mehr.
Hohe Bundesliga-Kosten
Zwar konnte Premiere den Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um knapp 19 Prozent auf 272,4 Millionen Euro steigern, gleichzeitig kletterten aber auch die Kosten - unter anderem aufgrund der Lizenzgebühren für die Fußball Bundesliga - um gut 19 Prozent auf 261,2 Millionen Euro. Daraus resultiert ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 11,2 Millionen Euro. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde liegt inzwischen bei 285 Euro pro Jahr - unter anderem bedingt durch die seit Anfang Juli gültige
neue Angebotsstruktur und die daraus resultierenden höheren Monatsgrundgebühren.
Sorgen dürfte Premiere auch der schwindende Kundenbestand machen. Im zweiten Quartal verlor dar Münchner Sender netto 84.700 Kunden und kommt insgesamt auf 4,16 Millionen Abonnenten. Die Zahl der direkten Abos ging um 65.900 auf 3,56 Millionen zurück, die Zahl der ehemaligen Arena-Bundesliga-Kunden um 18.800 auf gut 600.000. Insgesamt standen im zweiten Quartal 168.700 neuen Kunden 234.600 Kündigungen gegenüber.
Gebremst wurde das Kundenwachstum unter anderem aufgrund des bekannten
Problems mit Schwarzsehern, das bis Ende des dritten Quartals durch einen
umfangreichen Smartcard-Tausch behoben sein soll.