So hat sich René Obermann die Entwicklung seines Konzerns sicher nicht vorgestellt. Die
Deutsche Telekom musste auch im zweiten Geschäftsquartal des Jahres schwere Niederlagen einstecken. Wie bereits
von Analysten vermutet, ging nicht nur der Umsatz zurück, auch der Anteil der Festnetzkunden brach noch stärker ein als in den zurückliegenden Quartalen. Hinzu kommt, dass sich das Wachstum bei den DSL-Anschlüssen spürbar abgeschwächt hat.
Weiter Kundenschwund
Eine bittere Pille musste die Telekom insbesondere im Festnetzgeschäft schlucken. Der Trend, dass sich pro Quartal etwa eine halbe Million Kunden von dem ehemaligen Monopolisten verabschieden, hat sich weiter verschärft. Zwischen April und Juni verlor die Telekom hierzulande netto 653.000 Kunden. Insgesamt darf der Bonner Konzern in Deutschland noch 29,82 Millionen Festnetzkunden betreuen - davon 8,45 Millionen ISDN-Kunden.
Trotzdem wollen die meisten Kündigungswilligen offenbar nicht auf einen klassischen Telefonanschluss verzichten. Vielmehr geben sie einem alternativen Anbieter wie Arcor oder Versatel eine Chance. Das zeigt ein Blick auf die vermieteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL). Im zweiten Quartal stieg die Zahl der TAL-Schaltungen um satte 565.000 auf nun 7,6 Millionen an. Alternativ setzen viele Kunden auf
Mobilfunk-Flatrates oder
Voice over IP-Verbindungen.
DSL-Resale-Geschäft rückläufig
Deutlich abgeschwächt hat sich das Wachstum im DSL-Geschäft. Konnte die Telekom im zweiten Quartal vergangenen Jahres noch 821.000 Kunden mit einem neuen Breitbandanschluss versorgen, waren es im zweiten Quartal 2008 nur noch 448.000. Nach eigenen Angaben konnte die Telekom mehr als 40 Prozent der DSL-Neukunden für sich gewinnen. In Zahlen ausgedrückt, entspreche das 340.000 Kunden. Konzernweit sind nun 14,62 Millionen DSL-Anschlüsse geschaltet, davon allein 13,07 Millionen in Deutschland. Rückläufig ist indes die Zahl der Resale-Anschlüsse. Sie verringerte sich aufgrund der verstärkten Vermarktung von Komplettanschlüssen bei den Wettbewerbern um 232.000 auf nur noch 3,17 Millionen.