Der Kampf gegen das Schwarzsehertum geht bei
Premiere in diesen Tagen in die heiße Phase. Nachdem erste Tests der
neuen Verschlüsselungssysteme erfolgreich abgeschlossen werden konnten, ist nun die Receiver-Umstellung der Satellitenkunden dran. TV-Piraten sollen ab Herbst vor schwarzen Bildschirmen sitzen.
Automatische Updates
Der HUMAX PDR-9700 macht als erster Receiver den Anfang und wird heute mit der neuen NDS Videoguard-Software ausgestattet. Nach dem automatischen Update erhält der Abonnent eine Einblendung auf seinem TV-Bildschirm mit einer kostenfreien Telefonnummer, unter der er sich direkt bei Premiere melden und seine neue Smartcard anfordern kann. Bis diese dann im Briefkasten landet, kann das Programm wie gewohnt empfangen werden. Nach und nach sollen alle updatefähigen Receiver die neuen Daten empfangen, einen genauen Zeitplan gibt Premiere auf einer
Sonderseite bekannt. Da das Update eine Weile in Anspruch nehmen kann, empfiehlt der Pay-TV-Sender den Kunden, ihre Geräte eine Stunde vor Beginn einer eigentlichen Fernsehsendung einzuschalten.
Hacker und Händler im Visier
Schwarzseher gucken ab Herbst
in die Röhre. Bild: photocase.de
"Wir sind voll im Plan, die Umstellung läuft auf Hochtouren. Die Sicherheitslücke wird im Herbst zuverlässig und nachhaltig geschlossen sein, Premiere gibt es dann nur noch für Premiere-Abonnenten!", ist sich Hans Seger, Vorstand Programm und
Technik bei Premiere, sicher. Wer sich in der Vergangenheit einen gehackten Receiver gekauft hat, würde bald merken, dass er Premiere damit nicht mehr sehen kann. "Wer Premiere sehen will, sollte sich lieber einen Premiere geeigneten Receiver kaufen und ein legales Abo abschließen - alles andere ist rausgeschmissenes Geld", rät Seger.
Auch für alle Händler patchbarer Receiver hat Premiere eine Grußbotschaft parat: Neben Strafanzeigen drohten ihnen auch Schadensersatzprozesse in "erheblicher Größenordnung". "Rechtediebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Wir werden jeden einzelnen Fall konsequent und in aller Härte verfolgen, dies sind wir unseren Aktionären und allen Premiere-Kunden schuldig", mahnt Seger. Bereits seit einigen Monaten kämpft Premiere gegen
schwindende Gewinne und einen schrumpfenden Kundenstamm. Das Unternehmen begründet die jüngsten Misserfolge durch eine wachsende Zahl nichtzahlender Schwarzseher.