In wenigen Tagen blickt die Welt nach China: Die 29. olympischen Sommerspiele starten am 8. August in Peking. Neben Sportlern und Zuschauern strömen auch zahlreiche Journalisten aus aller Welt in das ferne Riesenreich mit der weltweit größten Bevölkerungszahl. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte im April versprochen, dass Journalisten im Pressezentrum einen freien Zugang ins Internet erhalten. Die Realität sieht offenbar anders aus.
Kritische Seiten werden blockiert
China, das sich während der olympischen Spiele weltoffen präsentieren will, denkt allerdings gar nicht daran die weitgehende
Zensierung des Internets für Journalisten zu lockern. Nach unterschiedlichen Medienberichten klagen Journalisten darüber, dass kritische Seiten gesperrt sind. So sei kein Zugriff auf die Internetseiten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der BBC, der Deutschen Welle, der Hongkonger Zeitung "Apple Daily" und der taiwanischen "Liberty Times" möglich. Auch die Internetverbindungen selbst seien sehr langsam.
China sieht Internetzugang als ausreichend an
Laut Nachrichtenmagazin "Focus" erklärte der chinesische Sprecher des Organisationskomitees, Sun Weide, dass während der Olympischen Spiele ausreichender Internet-Zugang für Journalisten bereitgestellt werde. "Unser Versprechen war, dass Journalisten das Internet für ihre Arbeit während der Olympischen Spiele nutzen können", so Sun. "Und dafür haben wir ihnen genügend Zugang gegeben." Über die Sperrung einzelner Webseiten wüsste er außerdem nicht Bescheid. Der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, relativierte inzwischen seine Zusage von April und erklärte, dass sich die freie Internetnutzung nur auf die Sportberichterstattung beziehe nicht aber auf ganz China.
ZDF: Mit kleinen Tricks das Internet nutzen
Das die Zensoren im Netz aber auch ausgetrickst werden können, berichtet das ZDF auf seiner
Internetseite. Mitarbeiter des ZDF-Studio in Peking könnten gesperrte IP-Adressen aufrufen, indem sie die Anfrage über einen anonymen Proxyserver umleiten würden und der Internetverkehr zudem verschlüsselt würde. Nützlich seien dafür auch Softwareprojekte wie JAP oder
TOR.
Kampf gegen den Smog in Peking
Doch nicht nur gegen die Internetzensur müssen Journalisten und Olympia-Gäste ankämpfen, sondern auch gegen die "dicke Luft" in Peking. Die Behörden der chinesischen Hauptstadt versuchen derzeit fieberhaft die Smog-Glocke über der Stadt zu lichten. Ein deutsches Internetunternehmen, Miet24.de, hat daraufhin eine Geschäftschance gewittert und ist mit einem offiziellen Angebot an die Olympia-Organisatoren herangetreten. 15.000 Luftreinigergeräte stünden für einen sofortigen Transport nach China bereit. Würden diese rund um das Stadion und die Sportstätten aufgebaut, so könnte die Luft erheblich verbessert werden. Eine Antwort aus Peking steht noch aus.