Videos, Musik,
Handy-TV: die multimedialen Anwendungen, die immer häufiger auch für die mobile Internetnutzung nachgefragt werden, stellen hohe Ansprüche an die von den Mobilfunkunternehmen bereitgestellte Bandbreite zum Transport von Daten. Per derzeit aktueller
UMTS-Technologie sind Datenraten bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, mit
HSDPA sogar 7,2 Mbit/s. Doch auf mittlere Sicht geraten die Mobilfunknetzbetreiber damit schnell an die technischen Grenzen.
LTE als UMTS-Nachfolger
Die Nachfolgetechnologie, Long-Term-Evolution (
LTE), könnte Abhilfe schaffen. Mit LTE sollen nutzbare Datenraten von rund 17 Mbit/s erzielt werden können. Zudem lässt sich die zehnfache Menge an Anwendern mit LTE unterstützen. Ursprünglich sollte UMTS durch die anfangs vielversprechende
WiMAX-Funktechnologie abgelöst werden, doch rund anderthalb Jahre nach der Versteigerung von WiMAX-Frequenzen ist der WiMAX-Ausbau nach der Einschätzung des eco Verband der deutschen Internetwirtschaft ins Stocken geraten. eco-Geschäftsführer Harald A. Summa äußert seine Zweifel, dass die WiMAX-Lizenzinhaber die übernommenen Ausbauverpflichtungen bis Ende 2009 erreichen können. Der Übergang von UMTS zu LTE sei nach Ansicht des eco daher die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit Mobilfunknutzern höhere Bandbreiten anzubieten. Pflicht für die LTE-Betreiber sei allerdings die Schaffung entsprechend dimensionierter Backhauls, die die riesigen Datenmengen bewältigen müssten.
Vodafone und Ericsson setzen auf LTE
Auch der Mobilfunknetzbetreiber
Vodafone setzt sich für eine Realisierung von LTE in Deutschland ein. Ralf Klüber, Head of Group Strategy & Assessment bei Vodafone, sieht die besten Voraussetzungen in Deutschland für eine Einführung von LTE. "Die Bundesrepublik hat die größte Breitbandabdeckung und die meisten Basisstationen in ganz Europa", so Klüber.
Ericsson liefert sogar Zahlen der Wirtschaftsberatungsfirma Ovum, die davon ausgehen, dass es im Jahr 2012 mehr mobile Breitbandanschlüsse als feste geben wird. Christoph Bach, Leiter Business Segment Networks Deutschland bei Ericsson, könnte sich daher eine Versteigerung von LTE-Frequenzen vorstellen, um möglichst rasch mit dem flächendeckenden Aufbau eines LTE-Netzes beginnen zu können. Ericsson hatte Anfang April das nach eigenen Angaben weltweit erste kommerzielle
LTE-Chipsatzmodul für mobile Endgeräte vorgestellt.