Wenn in Deutschland ein Internetsurfer etwas im weltweiten Netz suchen möchte, dann greift er höchstwahrscheinlich zur rund um den Globus wohl bekanntesten Suchmaschine:
Google. Immer wieder versuchen neue Suchmaschinen gegen den Marktführer anzutreten.
120 Milliarden indexierte Seiten
Die nun gestartete Suchmaschine
cuil, die wie das Wort "cool" ausgesprochen wird, behauptet selbstbewusst direkt vom Start weg die größte Suchmaschine der Welt zu sein. Angeblich würde cuil rund 121 Milliarden Internetseiten indexieren. Damit würde der cuil-Index etwa dreimal so umfangreich wie der Google-Index sein. Google hat zwar jetzt bekanntgegeben etwa eine Billion Seiten zu verlinken, doch oft führen verschiedene Links zu den gleichen Seiten. Außerdem hat Google nach Expertenschätzungen lediglich 30 bis 50 Milliarden Seiten indexiert. Hinter cuil steht durchaus geballtes Wissen: ehemalige Google- und IBM-Mitarbeiter haben die Suchmaschine entwickelt. Stanford-Professor Tom Costello und seine Frau Anna Patterson, ehemals Entwicklerin bei Google, sind die Gründer von cuil. Patterson fungiert auch als Präsidentin und Geschäftsführerin von cuil.
Schlichtes Design, Suchergebnisse in Spaltenform
Cuil zeigt sich ähnlich karg wie Google.
Screenshot: onlinekosten.de
Die Benutzeroberfläche von cuil zeigt sich auf der Startseite ebenso schlicht wie Internetnutzer dies bereits von der klassischen Google-Suche kennen. Auf schwarzem Hintergrund findet sich nur ein Eingabefeld für die Suche. Durch Aktivierung der sogenannten "safe search" sollen Suchergebnisse etwa mit pornographischem Material nicht angezeigt werden. Die Suchergebnisse selbst werden je nach Einstellung zwei- oder dreispaltig dargestellt. Teils findet sich neben den Suchresultaten auch ein Foto von der betreffenden Internetseite.
Qualität der Suchergebnisse noch verbesserungswürdig
Die Qualität der Suchergebnisse lässt allerdings in einem ersten Test von onlinekosten.de noch stark zu wünschen übrig. Nach Angaben von cuil erfolgt die Analyse der Suchergebnisse nicht nur auf der Basis populärer Webseiten, sondern auch Content-basiert. Die Webseite der "New York Times" wird allerdings beispielsweise noch vor der offiziellen Internetseite der Stadt New York aufgeführt. Die Suche nach "George W. Bush" bleibt sogar komplett erfolglos. Erst bei "George W Bush" oder "George Bush" spuckte cuil Ergebnisse aus. Im Gegensatz zu Google verspricht cuil aber die Wahrung der Privatsphäre. Da die Suchergebnisse auf Inhalten und nicht auf Surfverhalten und Klickraten beruhen, sei eine Sammlung von Daten über die Internetsurfer nicht notwendig.
Doch auch Microsoft und andere Suchmaschinen versuchen dem Marktführer Google Konkurrenz zu machen. Microsoft ist bereits mit der Suchmaschine
Live Search am Markt, auch kleinere Unternehmen wie Teoma, Vivisimo oder Snap bieten ihre Dienste an. An Googles Vorrangstellung konnten sie bislang aber nichts ändern: Weltweit führt Google etwa 62 Prozent der Suchanfragen aus und liegt damit auch weit vor seinem Hauptkonkurrenten
Yahoo.