Die Deutsche Fußball Liga (DFL) muss eine herbe Niederlage einstecken. Das Bundeskartellamt hat dem angedachten
Vermarktungsmodell der TV-Rechte für die Fußball Bundesliga nicht zugestimmt. Das Szenario genüge nicht den wettbewerbsrechtlichen Anforderungen, urteilten die Kartellwächter. Damit gilt es als unwahrscheinlich, dass sich Leo Kirchs Agentur Sirius weiter um die Vermarktung der Bundesliga-Rechte bemühen wird. Der Vertrag mit Kirch hätte der DFL pro Saison 500 Millionen Euro eingebracht.
DFL-Änderungen reichen nicht
Bereits in der vergangenen Woche seien der DFL die Mindestanforderungen übermittelt worden, unter denen das Vermarktungsmodell konform mit dem Kartellrecht wäre, heißt es in einer Mitteilung des Kartellamts. Die DFL habe daraufhin mit einigen Änderungen am Vermarktungsmodell reagiert, die aber nicht einer angemessen Verbraucherbeteiligung genügen, urteilte die Behörde.
Die von der DFL gewünschte Zentralvermarktung, das heißt, dass die Medienrechte nicht im Wettbewerb von den einzelnen Vereinen, sondern gebündelt und exklusiv durch die DFL vergeben werden, wurde vom Kartellamt akzeptiert und durchgewunken. Dazu sei es aber notwendig, "dass die Verbraucher an ihren Vorteilen angemessen beteiligt werden", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Bernhard Heitzner, am Donnerstag in Bonn.
Überträgt Premiere auch künftig die Bundesliga? Bild: Premiere
Free-TV ist wichtig
In der Vergangenheit sei genau das weitgehend der Fall gewesen. "Die Fernsehzuschauer konnten auf ein breites Angebot sowohl im Free-TV als auch im Pay-TV zu vergleichsweise moderaten Preisen zurückgreifen", so Heitzner. Eine zeitnahe Zusammenfassung des Bundesliga-Spieltags mache es möglich, dass keine überteuerten Pay-TV-Pakete angeboten werden. "Mit dem neuen Vorschlag der DFL hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich zulasten der Verbraucher verschlechtert", zeigte sich Heitzner überzeugt.