Die Konsolidierung auf dem DSL-Markt geht weiter. Nachdem der DSL- und Mobilfunkanbieter
Vodafone im Frühjahr
Arcor komplett
übernommen hatte, steht nun - wieder einmal - die DSL-Sparte von freenet zum Verkauf. Mit
United Internet und Versatel haben sich bereits potentielle Käufer gemeldet. Ein weiterer Branchenriese meldet nun ebenfalls sein Interesse an.
Noch keine Verhandlungen
Nach einem Bericht des "Handelsblatt" kann sich
Vodafone Deutschland Chef Friedrich Joussen durchaus eine Übernahme des
DSL-Bereiches von freenet vorstellen. "Wir gucken uns das an", so Joussen. Gleichzeitig betonte er aber, dass es eine Übernahme um jeden Preis nicht geben werde. Vodafone habe bisher weder die Bücher geprüft noch Verhandlungen mit dem freenet-Management geführt. Daher sei es noch nicht klar, ob freenet für Vodafone wirklich von Wert sei. Angewiesen sei Vodafone auf freenet nicht. "Wir werden da nicht reinstolpern. Wir haben genug Chancen, organisch zu wachsen", erklärt Joussen.
Der DSL-Umsatz in den freenet-Shops hat sich verdoppelt
Freenet selber meldete einen Erfolg für seinen DSL-Unternehmensbereich. Nach dem Start des Umbaus aller 375 mobilcom-freenet Shops im Februar kommen alle Filialen seit Ende Juni in einheitlichem, grünen Design daher. Der DSL-Umsatz in den Shops hätte sich inzwischen verdoppelt, der Mobilfunk-Verkauf sei stabil. Freenet hatte einen einstelligen Millionenbetrag in den Umbau investiert, der Großteil der Shops wird von Franchisepartnern betrieben.
freenet-Hauptversammlung: Showdown am 8. August
Der Verkauf des DSL-Sektors ist für
freenet wichtig, da die
Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel gestemmt werden muss. Entscheidend für die Zukunft von freenet wird auch die Hauptversammlung des Unternehmens am 8. August werden. United Internet und
Drillisch, beide als Großaktionäre an freenet beteiligt, hatten bereits angekündigt den Aufsichtsrat
stürzen zu wollen. Freenet-Chef Spoerr will in diesem Fall
seinen Hut nehmen und sich von freenet verabschieden.