Ein Rekordergebnis – und ein dramatisch fallender Aktienkurs. Apple ist bekannt für Extravaganzen an der Börse, aber mit dieser Anlegerreaktion hatte der Unternehmenschef Steve Jobs sicherlich nicht gerechnet. Laut dem neuesten Quartalsbericht konnte der Mac-Hersteller im Zeitraum zwischen April und Juni einen Umsatz von 7,46 Milliarden US-Dollar sowie einen Netto-Gewinn von 1,07 Milliarden Dollar erwirtschaften – im Vorjahresquartal lagen die Zahlen bei gerade einmal 5,41 Milliarden beziehungsweise 818 Millionen Dollar. Die Börsianer lässt das Ergebnis jedoch aufgrund einer gedämpften Prognose kalt: Nach Börsenschluss stürzte die Apple-Aktie um rund zehn Prozent in die Tiefe.
Rekordabsatzzahlen beim iMac
Dabei gibt es an der Verkaufstüchtigkeit in Cupertino, Kalifornien, nichts zu bemängeln. Im dritten Quartal konnte Apple rund 2.496.000 neue Kunden zum Kauf eines Macintosh-Computers überzeugen, 41 Prozent mehr als noch im selben Quartal 2007. Die Unternehmensleitung spricht von einem Rekordergebnis. Absatzwachstum konnte auch in der MP3-Player-Sparte verzeichnet werden: 11.011.000 iPods sind im zurückliegenden Quartal über den Ladentisch gegangen – immerhin zwölf 12 Prozent mehr als zuvor. Vom iPhone der ersten Generation – das
iPhone 3G stand erst ab dem 11. Juli in den Regalen der Händler – sind immerhin 717.000 Exemplare verkauft worden. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2007 waren es 270.000. Übrigens wird zwar noch immer der Löwenanteil der Produkte auf dem US-amerikanischen Markt an den Mann gebracht – doch das Ausland holt mit mittlerweile 42 Prozent immer weiter auf.
Prognose bleibt unter den Erwartungen
"Wir sind stolz das erfolgreichste Juni-Quartal in Bezug auf Umsatz und Gewinn in der Geschichte von Apple bekannt geben zu können", kommentierte Jobs die Bilanz. "Wir haben einen neuen Rekord bei den Mac-Verkäufen aufgestellt, mit dem iPhone 3G glauben wir einen wirklichen Gewinner im Portfolio zu haben und wir arbeiten unter Hochdruck, um weitere neue, wunderbare Produkte in den kommenden Monaten vorzustellen." Doch was dann folgte, sorgte bei vielen Börsianern für Ernüchterung: Jobs prognostiziert für das vierte Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte derweil Analysten, die fest mit 8,3 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Auch der Gewinn wird nach Jobs Aussagen hinter den Erwartungen zurück bleiben. Währen er von einem Dollar pro Aktie spricht, war man an der Börse von 1,25 Dollar ausgegangen.
André Vatter