Hat Intel wettbewerbswidrig agiert oder nicht? Während die EU Kommission
schwere Vorwürfe gegen den Chip-Riesen erhebt, nimmt Intel selbst eine Verteidigungsstellung ein. Man sei zuversichtlich, die Bedenken der EU-Kommission ausräumen zu können, teilte das Unternehmen mit.
Intel zeigt sich enttäuscht
Es werde sich zeigen, dass die Anschuldigungen der Wettbewerbshüter unbegründet seien. Intel sei jedoch enttäuscht über die neuerlichen Vorwürfe der EU-Kommission. Das Schreiben der Wettbewerbshüter zeige, dass die EU-Kommission Beschwerden von AMD gegen Intel unterstütze, teilte das Unternehmen mit. Ziel von AMD sei es, Intel an der Teilnahme an einem fairen Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt zu hindern. Die neuen Vorwürfe der Kommission würden nun zunächst bewertet. Anschließend werde Intel vollständig auf die Anschuldigungen antworten.
Intel vertrete die Auffassung, dass der weltweite Markt für Mikroprozessoren funktioniere, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Wettbewerb unter den Unternehmen sei jedoch groß. Dies gelte sowohl für Europa als auch für die übrigen Weltregionen. Intel habe sich aber immer an die Wettbewerbsregeln gehalten und dabei im Sinne der Verbraucher gehandelt.
AMD mit Quartalsverlust
Der Intel-Konkurrent AMD teilte unterdessen mit, seinen siebten Quartalsverlust in Folge eingefahren zu haben. Der Konzern habe zwischen April und Juni ein Minus von insgesamt 1,19 Milliarden US-Dollar (751 Millionen Euro) erwirtschaftet. Damit habe sich der Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelt. Der Umsatz sei gegenüber 2007 um drei Prozent auf 1,35 Millarden Dollar (851 Millionen Euro) gestiegen. Insgesamt sei es aus finanzieller Sicht "ein enttäuschendes Quartal" gewesen, erklärte AMD-Finanzchef Robert Rivet. Jedoch gebe es nach der Einführung neuer Prozessoren momentan positive Signale. Die Nachfrage der Kunden nach AMD-Produkten ziehe allmählich wieder an, erklärte Rivet.
Vor wenigen Wochen hatte AMD angekündigt, aufgrund von Kostenproblemen bis in die zweite Jahreshälfte weltweit insgesamt 1650 Stellen streichen zu wollen. Zu dem Stellenabbau soll auch der Standort Dresden mit seinen 3000 Mitarbeitern beitragen. Für AMD arbeiten rund um den Globus insgesamt 16.400 Beschäftigte.
Hayo Lücke
/ afp