Die Deutsche Telekom hat ein Problem: Die DSL-Tarife von
T-Home sind nicht die günstigsten am Markt. Zahlreiche Kunden kehrten in der Vergangenheit dem ehemaligen Monopolisten den Rücken und
wechselten zu anderen Anbietern. Die Telekom suchte 2007 nach einem Weg, wie die Kunden weiterhin an den Telekommunikationskonzern gebunden werden können. Vor einem Jahr wurde daraufhin die Telekom-Billigtochter
congstar geboren, die sich seitdem mit günstigen Preisen und einem modernen, flotten Markenauftritt vor allem auch an die Gruppe der jungen Kunden richtet.
2010 eine Milliarde Euro Umsatz?
Congstar-Chef Alexander Lautz äußerte sich im Interview mit dem "manager-magazin" über die Zukunfspläne des Unternehmens. Einigermaßen zufrieden sei er mit dem Kundenwachstum. Im ersten Jahr seit Gründung habe congstar insgesamt rund 500.000 Kunden gewinnen können. Vom ursprünglich für 2010 angepeilten Umsatz von einer Milliarde Euro ist congstar allerdings noch weit entfernt. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre nach Angaben des "manager-magazin" eine Kundenzahl von rund drei Millionen Kunden notwendig, da derzeit der Umsatz pro Kunde bei etwa 25 bis 30 Euro liegt. Lautz wiegelte jedoch ab. 2010 sei noch weit entfernt, der Markt entwickele sich sehr dynamisch. Mit neuen Paketen und Tarifen wolle man aber weiter wachsen.
Komplettpakete "in wenigen Wochen"
Bereits im letzten Jahr angekündigt, sollen entbündelte DSL-Komplettpakete in Kürze nun wohl doch Realität werden. Lautz teilte mit, dass congstar bereits in wenigen Wochen mit eigenen Angeboten ohne Telekomtelefonanschluss starten und somit in Konkurrenz zum Mutterkonzern treten werde. Dies habe zwar bei der Telekom für ein "Durchatmen" gesorgt, dennoch sei man eigenständig und gestalte die Tarife selbst. "Wir sind nicht bloß die Kundenhaltemaschine der Telekom", erklärt Lautz selbstbewusst. Zu möglichen Preisen für die Komplettpakete hielt sich der congstar-Chef noch bedeckt, erklärte jedoch, dass die Tarife erheblich günstiger sein werden als die der Telekom. Auch der Service werde einfacher und transparenter. Congstar setzte dabei vor allem auf den E-Mail Support. Die eigene Rufnummer könne behalten werden, telefoniert werden könnte dann über das Internet.
Keine Angaben zu Kündigungen von Powerusern
Die ebenfalls bei congstar erhältliche Festnetz-Flatrate für
9,99 Euro verkaufe sich gut. Angesprochen auf die im April auch bei congstar erfolgte
Kündigungswelle von Powerusern zeigte sich Lautz wenig auskunftsfreudig. Es sei reine Spekulation, dass man einigen Kunden gekündigt habe, weil sie zu viel telefoniert hätten. Laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen hätten nicht nur die Kunden das Recht das Vertragsverhältnis innerhalb der Monatsfrist zu kündigen. Dieses Recht könne auch congstar selbst wahrnehmen.
40.000 neue Prepaid-Kunden pro Monat
Weit beliebter als die Flatrates ist jedoch das Prepaid-Angebot von congstar. Derzeit könnten monatlich 40.000 neue Prepaid-Kunden gewonnen werden. Damit liege man hinter dem Konkurrenten Aldi, der monatlich etwa 100.000 neue Prepaid-Kunden begrüßt. Ein realistisches Ziel für congstar sehe Lautz im Erreichen des zweiten Platzes hinter Aldi. Sein Unternehmen sehe allerdings derzeit keinen Spielraum für größeren Preissenkungen. Langfristige Erfolgsaussichten für Konkurrenten wie
Maxxim, die für eine Prepaid-Gesprächsminute nur acht Cent berechnen und quasi auf Gewinne verzichten, beurteilte Lautz kritisch. Congstar selbst arbeite nur mit geringen Gewinnmargen und kleinem Personalbestand von rund 50 Mitarbeitern am congstar-Sitz in Köln. Eigene Verkaufsstellen könne sich das Unternehmen nicht leisten. Congstar Prepaid-Guthaben können mittlerweile aber nach Angaben von congstar an über 19.000 Stationen in Drogerie- und Supermärkten, an Kiosken und Tankstellen aufgeladen werden.