Die Kosten für mobiles Telefonieren per Handy befinden sich im Sinkflug. Eine Gesprächsminute in deutsche Netze ist derzeit bereits für rund
acht Cent erhältlich. Teuer sind dagegen noch Auslandsgespräche oder das Verschicken von SMS außerhalb Deutschlands. Erst voraussichtlich 2009 werden die Gebühren für SMS auf Druck der EU auf rund
15 Cent pro Kurznachricht fallen. Doch mobile Gesprächsgebühren können bereits heute gesenkt werden. Immer mehr Anbieter kommen mit kostengünstigen
VoIP-Lösungen für Mobilfunkgeräte auf den Markt.
Daten-Flat ist Voraussetzung
Das Züricher Unternehmen Qporter Schweiz AG startet jetzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre
Qtalk genannte Handy-Software. Qtalk nutzt ebenfalls VoIP, um den Kunden nach eigenen Angaben günstige Telefonate mit "bislang unerreichter Sprachqualität" und das Versenden von SMS zu ermöglichen. Die VoIP-Lösung kann weltweit genutzt werden. Voraussetzung ist lediglich eine bestehende Daten-Flatrate für das Mobilfunkgerät. Zwischen zwei Qtalk-Nutzern fallen somit auch im Ausland kaum Gebühren an, teure internationale Gesprächsgebühren vom Handy entfallen. Aktuell sind nur Gespräche im
Q-Net, also unter registrierten Qtalk-Kunden, möglich. Handy-Gespräche in die Fest- und Mobilfunknetze sollen jedoch in Kürze folgen.
Basisversion 30 Tage lang kostenlos testen
Handygespräche per VoIP führen.
Bild: Qporter
Für einen ausführlichen Test von Qtalk können Interessierte auf der Internetseite von
qporter.com eine Basisversion von Qtalk herunterladen und 30 Tage lang kostenlos nutzen. Normalerweise berechnet das Unternehmen eine monatliche Nutzungsgebühr von drei Euro (fünf Schweizer Franken). Optional ist auch Qmessenger, ein Tarif zum Versenden von SMS, für zwei Euro monatlich erhältlich. Statt für einzelne Kurznachrichten zu bezahlen, wird lediglich das verbrauchte Datenvolumen berechnet. Anfallende Rechnungen für Qtalk und Qmessenger werden über Drittanbieter verrechnet. Auf Anfrage von onlinekosten.de erklärte Qporter, dass die Abrechnung per Premium SMS erfolge und über die Mobilrechnung verrechnet wird. Auf der Internetseite steht auch ein Kostenrechner bereit, der die Gesprächskosten beim bisherigen Netzbetreiber mit denen von Qtalk vergleicht.
Qtalk auch für das iPhone von Apple?
Genutzt werden kann Qtalk in Wi-Fi-,
HSPA-,
UMTS-,
EDGE- sowie
GPRS-Netzen. Geräte mit den Betriebssystemen Symbian S60 3rd Edition sowie Windows Mobile 5 oder 6 werden unterstützt. Getüffelt werde auch an Versionen für Blackberry von RIM und das iPhone von Apple. Der deutsche
VoIP-Anbieter Sipgate, der ebenfalls eine VoIP-Software für das iPhone entwickelt hat, wurde allerdings bereits von T-Mobile
abgemahnt. Auf Anfrage von onlinekosten.de erklärte der Qporter Vorstandsvorsitzende, Oswald Ortiz, dass er nicht damit rechne, dass eine Abmahnung rechtlichen Bestand haben würde. "Jeder Nutzer sollte in seiner Entscheidung frei sein, welche Mittel er zur Kommunikation benutzt, solange damit nicht bestehendes Recht verletzt wird", so Ortiz.
Drei Qtalk-Paketvarianten
Mit der Windows-Software
Qtalk desktop können Gespräche auch per Computer geführt werden. Künftig wird Qtalk in drei Paketvarianten zur Verfügung stehen:
Basic für Privatkunden sowie
Business und
Secure mit dynamischer Verschlüsselung für Geschäftskunden. Außer in Europa soll das Qporter-System künftig auch in den USA eingeführt werden.
Ähnliche VoIP-Softwarelösungen für Handys gibt es auch beispielsweise von
Truphone,
Nimbuzz,
Ringfree oder
Cellity.