Deutschland im Sommer 2008: Sogenannte "weiße Flecken" ohne Breitbandversorgung, zumeist in ländlichen Gebieten, sind immer noch vorhanden. Eine herkömmliche DSL-Anbindung der kleinen Gemeinden wird von den großen Providern aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Doch der Wunsch nach schnellen Internetzugängen auch für die Landbewohner findet immer mehr Gehör. Die EU hat
Subventionsgelder für deutsche, unterversorgte Gebiete freigegeben, einzelne Bundesländer haben
Konzepte für eine Schließung der Breitbandlücken vorgestellt. Auch die Forscher der Fraunhofer-Einrichtung Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) in München waren nicht untätig und haben Lösungen erarbeitet.
Schritt für Schritt zum Breitband
Am Beispiel der bayerischen Gemeinde Weiding im Bayerischen Wald hat Fraunhofer ESK ein technisches Konzept erarbeitet, dass Schritt für Schritt eine Breitbandversorgung der Einwohner ermöglicht. Die Fraunhofer-Experten haben den Breitbandbedarf in der Gemeinde ermittelt, eine technische Lösung gesucht und Hilfestellung bei der Ausschreibung der Baumaßnahmen gegeben. Das entwickelte Konzept soll als Prototyp für andere, interessierte Gemeinden gelten. Der wichtigste Punkt zu Beginn sei die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs an Breitbandverbindungen. Die untersuchte Gemeinde ist geographisch in 14 Ortsteile unterteilt und über drei Ortsvermittlungsstellen angebunden. Die meisten Gebiete sind für eine
DSL-Versorgung zu weit von den Ortsvermittlungsstellen entfernt.
Mix aus DSL und WiMAX wird favorisiert
Die Fraunhofer-Forscher erarbeiteten mehrere Lösungen für die Problematik vor Ort. Favorisiert wegen der besonderen Wirtschaftlichkeit wurde dabei ein Mix aus DSL-Versorgung und
WiMAX-Funkanbindung. Ein in der Nähe befindlicher Funkturm sendet die Internetsignale per WiMAX an in den Ortschaften aufgestellte Schaltschränke, sogenannte DSLAMs und Splitter. Diese leiten dann über das Telefonnetz das DSL-Signal an die Haushalte weiter. Wesentlich aufwendiger ist eine andere Lösung, welche die DSLAMs per
Glasfaserkabel anbindet. Angesichts der hohen Kosten für Erdarbeiten sieht das Fraunhofer-Institut dies nicht als sonderlich praktikabel an.
Die Ergebnisse der technischen Studie wird die Fraunhofer ESK auch bei einer Veranstaltung der Breitbandinitiative Bayern am 24. Juli in Krumbach vorstellen. Interessierte Gemeinden können sich dort darüber informieren, wie sie für ihre Einwohner eine Breitbandversorgung realisieren können. Eine fünfseitige Kurzfassung der Studie stellt das Fraunhofer ESK auch als PDF-Datei zum
Download bereit.