Pornos und Gewaltvideos: Alles ist im Internet mehr oder weniger verborgen für Jeden zugänglich. Der Deutsche Philologenverband hatte schon im Mai beklagt, dass solche Internetinhalte an Schulen bereits zum
Alltag gehören. Nach ihrer Ansicht bestehen erhebliche Lücken im Jugendschutz. Doch es gibt aktive Streiter für ein kinderfreundlicheres Internet.
Anstieg der Beschwerden
Den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet hat sich die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) bereits seit elf Jahren auf die Fahnen geschrieben. Die FSM betreibt im Internet eine
Beschwerdestelle, bei der Internetnutzer per Beschwerdeformular kostenlos jugendgefährdende Inhalte im weltweiten Web melden können. Dieser Service wird zunehmend intensiver genutzt. Die FSM weist allerdings darauf hin, dass anonyme Beschwerden eventuell nicht bearbeitet werden können. Alleine im ersten Halbjahr dieses Jahres zählte die FSM bereits 898 Beschwerden, eine Zunahme um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei nahmen Meldungen von Kinderpornografie mit 21 Prozent wiederum den Löwenanteil ein. Nach Angaben von Sabine Frank, der FSM-Geschäftsführerin, arbeite man eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. "Kinderpornografie ist eine schwere Straftat und muss weiterhin konsequent bekämpft werden", so Frank.
Internationale Zusammenarbeit erforderlich
Doch nationale Alleingänge helfen wenig gegen Täter, die aus dem Ausland über das weltweit zugängliche Internet agieren. Aus diesem Grund ist die FSM auch aktiv im internationalen Beschwerdestellen-Netzwerk INHOPE (International Association of Internet Hotlines). Die gemeinsame Kooperation hatte in der Vergangenheit bereits zu Erfolgen und Entfernung von pornografischen Webseiten aus dem Internet geführt.
Jörg Schamberg