Brooks erregte sich über Apples Medienkampagne gegen Redmond. Schon seit zwei Jahren prügelt der Mac-Hersteller in Zeitschriften und im öffentlichen Fernsehen allgemein auf Microsoft und im Speziellen auf Vista herum: Der plumpe, etwas dümmliche "PC-Man", der sich vom smarten iMac-Nutzer den Weg zeigen lässt. Microsoft würde sich das nicht länger gefallen lassen, kündigte Brooks an. "Dachtet ihr, dass der schlafende Riese noch immer schläft? Nun, wir sind aufgewacht! Und es ist an der Zeit unsere Nachricht zu verbreiten!" donnerte Brooks im O-Ton seines
Ex-Chefs Gates von der Bühne.
300 Millionen Dollar Werbebudget
Wie am Rande der Veranstaltung bekannt wurde, war dies keine leere Drohung. Das "Wall Street Journal" will erfahren haben, dass Microsoft seine bisherige Werbeagentur vor die Tür gesetzt hat. Gleichzeitig hat Redmond ein Budget in Höhe von 300 Millionen US-Dollar locker gemacht, um Windows Vista wieder in appetitliches Licht zu rücken. "Die Maßnahmen, die wir jetzt ankündigen, sind nur wenige Tropfen in einer Riesenwelle, die in den nächsten Wochen kommen wird", prophezeit Brooks finster.
Miefig vs. cool: Apples Anti-Redmond-Kampagne kommt beim Publikum an. Bild: appleinsider.com
Wunderwaffe Nummer zwei: Service
Neben der Werbeoffensive plant Microsoft zudem einen Vorstoß in Sachen Service. Für Geschäftskunden wurde das "
Small Business Assurance Program" aus der Taufe gehoben, mit dem kleine Betriebe kostenlosen Support, Kompatibilitätsüberprüfungen und Einzel-Coachings in Anspruch nehmen können, um die Furcht vor dem Wechsel auf Vista zu verlieren. Doch auch der gemeine Vista-Zauderer soll in den Genuss des Service-Versprechens kommen: "Um mit dem Mythos aufzuräumen, dass Vista mit der Hard- und Software der Nutzer nicht kompatibel sein soll, kündigen wir heute eine neue Website mit dem Namen '
Windows Vista Compatibility Center' an. Auf ziemlich einfache Art und Weise können hier die Kunden überprüfen, ob ihr System kompatibel mit Vista ist", sagte Brooks.
Die Plattform soll ab sofort Informationen über 5.500 Geräte und 3.500 Programme bereithalten. Eine längst überfällige Einrichtung, wie man meinen könnte, Vista ist immerhin seit 18 Monaten in freier Wildbahn, doch auch hier müssen sich die Nutzer - zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung - noch in Geduld üben: Das Windows Vista Compatibility Center befinde sich noch im Aufbau, unterrichtet ein Hinweis bei Seitenaufruf: Man werde aber bald an den Start gehen. Es scheint gerade so, als habe der aufgewachte Riese doch noch ein wenig Schlaf in den Augen.