Nicht erst seit Erfindung des
Wegwerf-Handys ist Elektroschrott ein Problem, das Umweltschützer rund um den Erdball beschäftigt: Recycling wäre eine Antwort darauf. Doch gerade beim Handy zeigen sich viele Mobilfunknutzer zögerlich: wenn das Telefon erst einmal zwei Jahre auf dem Buckel hat, bleibt es einfach in der Schublade liegen – von Wiederverwertung keine Spur.
Nur jeder Dritte recycelt
Wie der Gerätehersteller Nokia in einer neuen Studie herausgefunden hat, haben die meisten Mobilfunknutzer in ihrem Leben rund fünf Handys besessen – aber nur jeder Dritte von ihnen lässt sein Gerät nach Gebrauch auch recyceln. Drei Viertel aller Nutzer haben noch nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, was mit dem Mobiltelefon passiert, wenn es ausgedient hat, berichtet das Unternehmen. Fast die Hälfte der rund 6.500 befragten Handybesitzer weltweit sagten, sie wüssten nicht, dass ein Recycling überhaupt möglich ist. Nokia ließ Handybesitzer in 13 Ländern befragen - unter anderem in Deutschland, Finnland und Italien, in China, Brasilien und in Nigeria, in den USA und in Russland.
240.000 Tonnen Rohstoffe ruhen in Schubladen
44 Prozent sagten, sie würden ihre überflüssig gewordenen Geräte einfach weiter zuhause in der Schublade aufbewahren. Dabei würde das Recyceln sich für alle lohnen, mahnte der Umweltbeauftragte von Nokia, Markus Terho: Würde nur ein Drittel der weltweit drei Milliarden Handys wieder verwertet, würden 240.000 Tonnen Rohstoffe und eine Menge Treibhausgas eingespart, die vier Millionen Autos verursachten. Aus alten Handys lassen sich laut Nokia Wasserkessel, Parkbänke, Zahnfüllungen und sogar Saxophone herstellen. "Zwischen 65 und 80 Prozent eines Nokia-Geräts können recycelt werden. Kunststoffe, die nicht recycelt werden können, werden verbrannt, um so Energie für den Recycling-Prozess zu liefern. Andere Materialen werden zerkleinert und als Rohstoffe für den Straßenbau genutzt. Auf diese Weise muss nichts auf der Deponie landen", erklärt Terho.
Nach geltendem deutschen Recht ist jeder dazu verpflichtet, Elektroschrott korrekt
zu entsorgen. Jede Kommune muss für ihre Bürger dafür mindestens eine kostenlose Annahmestelle bereit stellen. Die Hersteller sind wiederum dazu aufgerufen, die ausgedienten Geräte bei den Sammelstellen abzuholen und anschließend zu verwerten. Wo diese zu finden sind, verrät die kommunale Abfallberatung oder die zuständige Verbraucherzentrale.