Fluch oder Segen? Die weite Verbreitung der Nutzung von Handys, die für einen Großteil der Bevölkerung aus dem Alltag kaum noch wegzudenken sind, führt immer wieder zu
Diskussionen um die Gefahren der von Handys ausgehenden Strahlung. Die Zahl der Studien nimmt ständig zu, die Ergebnisse sind jedoch kontrovers. Immer mehr Mediziner melden sich mit eigenen Einschätzungen zu Wort.
Krebsgefahr noch unbewiesen
Der deutsche Krebsforscher Ulrich Kübler, Onkologe am eigenen privaten Forschungsinstitut in München, sieht die bisherigen Erkenntnisse aus den Strahlungsmessungen skeptisch. Die Tumorgefahr durch Handynutzung ist für ihn weiterhin eine offene Frage. "Die bisherigen Studien liefern dahingehend noch kein schlüssiges Bild. Hysterie ist demnach ebenso wenig angebracht wie ein allzu sorgloser Umgang mit dem Handy", so Kübler. Die Zuverlässigkeit mancher wissenschaftlicher Studien sieht er skeptisch, insbesondere nach dem Bekanntwerden von
manipulierten Studien, mit denen die Gefährlichkeit der Handy-Strahlung bewiesen werden sollte. Kübler lehnt ein derartiges Spielen mit den Ängsten der Menschen ab.
Studien für Hochfrequenz-Strahlung laufen noch
Laut Kübler hätten amerikanische und schwedische Wissenschaftler herausgefunden, dass es durch Handystrahlung zu Schlafstörungen kommen könne. Davon auf die Gefährlichkeit von Handys zu schließen, sei nicht angebracht. Der Stand der Forschung zeige, dass niederfrequente Strahlung DNS-Stränge brechen lässt, als Folge kann es zu Tumorbildung kommen. Für die bei Handys vorkommende, hochfrequente Strahlung gebe es derzeit noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse. Studien, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), laufen noch. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte in einer rund zehn Jahre laufenden Studie keine Krebsgefahren feststellen können. Eine
Strahlenmesskamapgne läuft noch in einigen Bundesländern. In Belgien hatte eine Studie ergeben, dass
Ratten durch Handy-Strahlung früher sterben.
Der Rat des Krebsforschers Kübler: Nutzung von strahlungsarmen Mobilfunkgeräten. Außerdem sollten Behörden darauf achten, dass die geltenden Strahlungsgrenzwerte eingehalten werden. Auch eine regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung sei angeraten.