Der US-Milliardär Carl Icahn will die geplatzte Übernahme des Internetportals Yahoo durch den Softwareriesen Microsoft nicht hinnehmen. In einem Brief an die Yahoo-Aktionäre schrieb Icahn, Microsoft sei durchaus immer noch zu Verhandlungen über ein "wichtiges Geschäft" mit Yahoo bereit - allerdings nur mit einer anderen Yahoo-Führung.
Er habe in den vergangenen Wochen "oft" mit Microsoft-Chef Steve Ballmer und anderen Verantwortlichen des Konzerns gesprochen, schrieb Icahn. Demnach ist Ballmer immer noch daran interessiert, Yahoo komplett oder nur die Suchmaschine zu kaufen. Bedingung sei aber die Wahl eines neuen Verwaltungsrates.
Icahn hatte sich mit vier Prozent an Yahoo beteiligt. Der Milliardär ist bekannt dafür, sich in Unternehmen einzukaufen, die in Schwierigkeiten stecken, um deren Strategie zu beeinflussen. Er hofft offenbar immer noch auf die Unterstützung anderer Aktionäre, die mit dem Yahoo-Management unter Gründungschef Jerry Yang unzufrieden sind und einen Zusammenschluss mit Microsoft anstreben.
Microsoft hatte zuletzt fast 50 Milliarden Dollar (knapp 32 Milliarden Euro) für Yahoo geboten, die Übernahmepläne angesichts heftigen Widerstands im Mai aber für beendet erklärt. Yahoo vereinbarte mit seinem Erzrivalen Google eine umfassende Zusammenarbeit - auch, um unzufriedene Großaktionäre wie Icahn zu besänftigen.
Hayo Lücke
/ afp