Zwei Weltkonzerne, Sony und Microsoft, geraten in Bedrängnis. Beide sind aktiv im Videospielkonsolenmarkt präsent. Gerade von dort droht Ungemach, denn die neuesten Generationen der Spielkonsolen, die
Playstation 3 von Sony und die
xbox 360 von Microsoft, sorgen statt für sprudelnde Gewinne für hohe Milliardenverluste.
Playstation 3 "erspielt" Verluste
Besonders schwer trifft es laut einem Bericht des "Handelsblatt" den Elektronikkonzern Sony, der zeitweise bis zu 60 Prozent des Betriebsergebnisses mit seinen Playstation-Videospielkonsolen erzielte. Am 23. Juni hatte Sony in einer Börsenpflichtmitteilung mitteilen müssen, dass die Playstation 3 dem Konzern bisher 3,3 Milliarden Dollar an Verlusten eingebracht hat. Die in die Entwicklung der Konsole getätigten Investitionen könnten eventuell nicht mehr erwirtschaftet werden. Selbst Sony-Chef Howard Stringer konnte die Ertragsaussichten der PlayStation 3 nur noch als "leicht katastrophal" bezeichnen. Die ganze Profitablität des gesamten Sony-Konzerns könnte nach Unternehmensangaben durch die Schieflage der Konsolensparte "signifikant negativ" beeinflusst werden. Denn mit seinen anderen Produkten wie Fernsehern oder DVD-Spielern erwirtschaftet Sony aufgrund der starken Konkurrenz in diesem Bereich keine großen Gewinne. Ursache für den weit hinter den Erwartungen zurückgebliebenen schleppenden Verkauf der Playstation 3 waren auch die
überhöhten Preise für die aktuelle Spielkonsole, die zum Verkaufsstart Ende 2006 rund 600 US-Dollar gekostet hatte. Doch auch dieser Preis ist bereits subventioniert, da die Playstation 3 in der Produktion rund 840 US-Dollar kostet.
xbox 360 ist ein großer Verlustbringer
Doch auch ein anderer großere Konsolenhersteller, Microsoft, hat mit den schleppenden Verkäufen der xbox 360 zu kämpfen. Zu
hohe Preise sowie Qualitätsmängel führten bei Kunden zur Kaufzurückhaltung. Die Konsolensparte sorgt beim Konzern aus Redmond für zwölf Prozent des Gesamtumsatzes. Doch im Gegensatz zu Sony sind nicht die Spielkonsolen der große Goldesel des Konzern, sondern die Softwareprodukte. Verluste durch den Konsolensektor lassen sich durch Gewinne in anderen Unternehmensbereichen wieder auffangen. Dennoch sind die Verluste enorm, die Microsoft mit seinen Spielkonsolen aufgehäuft hat. Nach Angaben des "Handelsblatt" betrugen diese zwischen 2002 und 2007 mehr als sieben Milliarden US-Dollar. Microsoft will aber weiter an der xbox 360 festhalten. "Wir haben die Absicht, mit der Xbox 360 ein profitables Geschäft zu betreiben und wir sind auf dem Wege dahin", sagt Chris Lewis, Xbox-Europachef. Der Lebenszyklus der xbox 360 ist jedoch zeitlich begrenzt, da sie bereits drei Jahre auf dem Markt ist. Experten sehen fünf Jahre als Laufzeit für eine Konsole an, ehe sie durch eine neue Generation ersetzt wird. Es bleibt Microsoft also nicht mehr viel Zeit, um doch noch Gewinne zu erzielen.
Nintendo erfolgreich mit Wii
Ein Unternehmen allerdings kann sich derzeit nicht beklagen. Der wesentlich kleinere Hersteller Nintendo feiert aktuell
Verkaufserfolge mit seiner Konsole
Wii, die mit einem neuen Steuerungskonzept die Konsolenspieler begeistert. Bereits 24,5 Millionen Käufer griffen zur Wii, die xbox 360 verkaufte sich knapp 20 Millionen mal, die Playstation 3 schaffte gerade einmal die Hälfte der Wii-Verkaufszahlen.