Für Eckhard Spoerr war es ein langer, harter Kampf. Der Chef der freenet AG musste sich gegen so manche kritische Worte zur Wehr setzen und auf seinem Weg die ein oder andere Falltür umkurven. Mit der Übernahme des größeren Konkurrenten debitel, die am Wochenende
abgeschlossen wurde, hat er ein kleines Meisterstück geschaffen, das lange undenkbar schien. Mit einem Schlag hat sich freenet zu einem Mobilfunk-Giganten mit 19 Millionen Handykunden gewandelt und ist zur Nummer drei am deutschen Mobilfunkmarkt geworden - mit ehrgeizigen Zielen.
freenet setzt auf mobile Datendienste
Die weitere Unternehmens-Entwicklung soll durch die Konvergenz von Portal- und Internetdiensten im Mobilfunk getrieben werden. So sollen freenet-Kunden künftig noch intensiver
mobile Datendienste nutzen und das freenet-Portal entsprechend ausgebaut werden. Bei freenet ist man überzeugt, dass der verstärkte Absatz von Datendiensten die Umsatzentwicklung im Mobilfunk positiv beeinflussen und neue Umsatzströme in den Internetgeschäftsfeldern entstehen werden. Für Spoerr steht fest, dass spätestens 2010 "die mobile Internet-Nutzung den Preisverfall im Mobilfunk überkompensieren wird".
Preissenkungen müssen her
Damit gibt der ehrgeizige freenet-Chef gleich ein neues Ziel vor, das aber nicht ohne massive Preissenkungen zu erreichen sein wird. Damit es bei der mobilen Datenkommunikation zu Umsatzsprüngen kommt, müssen die Nutzer zunächst dazu gebracht werden, mit dem Handy im Internet zu surfen. Genau das tun bisher aber nur die wenigsten Mobilfunk-Nutzer - aus Angst vor hohen Rechnungen.
Megabyte-Preise von mehreren Euro pro Megabyte haben das Vertrauen in das mobile Internetsurfen fast auf den Nullpunkt sinken lassen. Dabei böten die
UMTS-Netze durchaus Gelegenheit, mobile Datenströme zu echten Breitband-Alternativen zu machen. Die Branche ist gefragt, etwas aus den Möglichkeiten zu machen.