In diesem Sommer haben offensichtlich nicht nur einige Schüler wegen schlechter Noten "blaue Briefe" erhalten, sondern auch Kunden des britischen
Internet-Provider Virgin Media. Wie die BBC am Donnerstag auf ihrer
Website berichtete, wurden 800 Mahnschreiben an Nutzer verschickt, die über illegales Treiben in Tauschbörsen informierten.
Überraschende Infopost
Die Briefe stammen von der British Phonographic Industry (BPI), die nach eigenen Angaben diverse britische Plattenlabel vertritt. In den Schreiben werden die Empfänger vor dem illegalen Herunterladen von Musikdateien über Filesharing-Dienste gewarnt. Darüber hinaus sei ihnen angedroht worden, die Internetverbindung abzuklemmen, auch von der Einleitung rechtlicher Schritte sei die Rede gewesen. Die BPI sprach gegenüber der BBC jedoch von einem "Missverständnis". Es gehe nur um Aufklärung, man unterstelle niemanden, dass er Schuld sei, sagte ein Sprecher von Virgin Media gegenüber der britischen Rundfunkanstalt. Laut Matt Phillips von der BPI wüssten viele Nutzer nicht, dass über ihre Zugänge Dateien hochgeladen würden, daher möchte man sie gemeinsam mit dem
Provider darüber informieren. Um Downloads ginge es dabei nicht.
Drei Schritte – dann abklemmen
Laut BBC ist die Briefwelle Teil einer zehnwöchigen Kampagne, die die Nutzer über Filesharing aufklären soll – weitere Tausende sollen folgen. Wie ein betroffener Nutzer in einem
Video mitteilt, habe die BPI die Daten der verwarnten Kunden selbst ermittelt. Die britische Musikindustrie strebt dem Bericht zufolge an, dass sich alle Internet-Anbieter einer "Three Strikes Policy" anschließen, die Nutzer von Filesharing-Netzwerken zunächst zweimal verwarnt und ihnen dann im dritten Schritt die Verbindung kappt, falls sie urheberrechtlich geschütztes Material tauschen. Virgin Media hat bereits unterzeichnet.