Seit einem halben Monat ist der
Firefox 3 auf dem Markt. "Schneller, sicherer und anpassbar" – wie die Entwickler der Mozilla Foundation versprechen. Die Ankündigung lockte viele Nutzer an, die Neuauflage des Browsers wurde innerhalb der ersten 24 Stunden über acht Millionen Mal heruntergeladen. Bis zur Stunde konnte Mozilla insgesamt 28.680.726 Downloads für den Firefox 3 verzeichnen:
Weltrekord, wie die Jury des Guinness Book of Records am Mittwochabend bekanntgab. Glückwünsche kamen bislang von allen Seiten, selbst Marktführer Microsoft, der derzeit letzte Hand an den
Internet Explorer 8 legt, ließ es sich nicht nehmen, eine
Torte an das Mozilla-Hauptquartier in Mountain View, Kalifornien, zu schicken. Doch hinter den Kulissen sind die Fronten verhärtet.
Nicht zu unterschätzender Erfolg
Als der Firefox 1 am 9. November 2004 das Licht der Welt erblickte, konnte noch niemand ahnen, das dem Platzhirschen Internet Explorer damit eine ernstzunehmende Konkurrenz geboren wurde. Wie denn auch? Die Aussichten, gegen einen Browser zu bestehen, der mit dem am häufigsten verwendeten Betriebssystem serienmäßig ausgeliefert wird, schienen nicht sonderlich groß. Doch der Firefox gewann von Version zu Version neue Anhänger. Zwei Jahre nach dem ersten Erscheinen lag der weltweite Marktanteil laut Net Applications bereits bei 14 Prozent, wiederum ein Jahr später bei 16 Prozent. Ein leiser – aber nicht zu unterschätzender – Erfolg. Synchron zur global wachsenden Akzeptanz des Feuerfuchs erodierte Microsofts Marktmacht im Browser-Sektor: Von 83 Prozent im Jahr 2006 über 79 Prozent in 2007. Die im Juni zuletzt erhobenen Zahlen bestätigen den Trend: Firefox fehlen noch einige Nachkommastellen zum Knacken der 20-Prozent-Marke. Der Internet Explorer ist mittlerweile bei 73 Prozent angekommen.
Erklärtes Ziel: 30 Prozent Marktanteil
Sicher, Mozilla ist noch weit davon entfernt, ein Treffen auf gleicher Augenhöhe mit Microsoft feiern zu können. Doch solange Firefox der Konkurrenz weiter beharrlich Anteile abgräbt, kann man sich in Redmond nicht ausruhen.
Langjährige Trends bei den Marktanteilen: Internet Explorer (blau), Firefox (grün). Bild: Net Applications
Dazu kommen die ambitionieren Äußerungen der Mozilla-Chefin Mitchell Baker, die bereits im vergangenen Jahr einen
Browser-Krieg für 2008 vorhersagte: "Es geht uns nicht um irgendeine Zahl, sondern um die kritische Masse, die wir brauchen, um Offenheit, Innovation und Interoperabilität im Internet voranzutreiben. Wenn wir dazu 25 oder 30 Prozent Marktanteil benötigen, dann wollen wir eben so viel", so Baker.
Übrigens: Vor allem das technisch affine Publikum scheint den Firefox zu schätzen. Wie ein Blick in die Zugriffstatistiken von onlinekosten.de verrät, ist der Mozilla-Browser mit dickem Vorsprung hier bereits Portalsieger: 49 Prozent aller Leser setzen auf den Firefox. Der Internet Explorer belegt mit rund 40 Prozent den zweiten Platz.