Der Kampf um Yahoo ist noch nicht beendet: Der Softwareriese Microsoft sei in Verhandlungen mit Partnern über eine mögliche Aufspaltung des Internetportals, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach könnte Yahoo nun die Zerschlagung bevorstehen, die das Unternehmen bislang zu vermeiden versuchte. Der Softwarekonzern sucht als Partner laut "WSJ" Medienunternehmen, darunter Time Warner und News Corp. Ein mit Yahoo angesetztes Treffen zu den neuen Plänen habe Microsoft allerdings kurzfristig abgesagt, woraus Beobachter Schwierigkeiten bei der Suche nach Partnern ableiteten.
Weiterhin Interesse von Microsoft
Microsoft hatte schon vor Wochen erklärt, es sei weiterhin daran interessiert, sich die Internetsuchmaschine von Yahoo einzuverleiben. Auf diese hatte es der Softwarekonzern aus Redmond bereits mit seinem Angebot von Februar zur kompletten Übernahme von Yahoo abgesehen. Die Suche ist zentral für Internetwerbung, mit der sich viel Geld verdienen lässt. Bislang liegt Microsoft in dem Feld aber nur auf Platz drei hinter Google und Yahoo. Time Warner, zu dem das Internetportal AOL gehört, und News Corp. mit dem sozialen Netzwerk MySpace könnten laut "WSJ" dann andere Teile von Yahoo übernehmen.
Das "WSJ" berichtete weiter, Yahoo sei zwischenzeitlich auch an einer Übernahme des kompletten Portals durch Microsoft interessiert gewesen. Dafür habe Yahoo-Chef Jerry Yang vom Softwareriesen allerdings einen deutlich höheren Preis verlangt als die 47 Milliarden US-Dollar (rund 30 Milliarden Euro), die Microsoft zuletzt bot. Nachdem Microsoft sein Angebot offiziell zurückgezogen habe, habe Yahoo doch den von Microsoft angebotenen Preis akzeptieren wollen. Zu diesem Zeitpunkt habe der Softwarekonzern aber kein Interesse mehr an einer kompletten Übernahme gehabt. Yahoo ist inzwischen eine langfristige Partnerschaft mit seinem Erzrivalen Google eingegangen, von dem es Internet-Werbeanzeigen übernimmt.
Yahoo hinter Google
Nach Zahlen von Dezember führt Google bei den Suchanfragen mit einem Anteil von rund 62 Prozent den Markt an. Yahoo steht mit knapp 13 Prozent an zweiter Stelle, Microsoft folgt mit unter drei Prozent an dritter Stelle. Der Markt für Internetwerbung hatte 2007 insgesamt ein Volumen von rund 40 Milliarden Dollar und dürfte nach Schätzungen bis 2010 auf 75 Milliarden anwachsen.
Hayo Lücke
/ afp