Möglicherweise steht der Verhandlungspoker zwischen Bundeskartellamt und Deutscher Fußball Liga (DFL) um die Übertragungsrechte der TV-Bilder ab der Saison 2009/2010 vor dem Durchbruch. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) signalisierte eine Kartellamt-Sprecherin, der angedachten Zentralvermarktung zuzustimmen.
Zentralvermarktung kommt
"Wir haben der Zentralvermarktung der Bundesliga zugestimmt. Die Art und Weise ist noch zu klären", hieß es seitens der Behörde. Einschränkend fügte die Sprecherin hinzu, dass die Zentralvermarktung über die
Agentur Sirius ein Kartell der Bundesliga-Vereine sei. Deshalb müssten die Bundesligaspiele weiterhin in größerem Umfang auch im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein.
Damit verpassen die Kartellwächter den ehrgeizigen Plänen des Pay-TV-Senders Premiere einen herben Dämpfer. Das Münchner Unternehmen hatte zuletzt immer wieder öffentlich mehr Exklusivität bei den TV-Zeiten gefordert. "Wenn die Bundesliga-Berichterstattung fast ausschließlich ins Bezahlfernsehen verlagert würde, wäre dies sicher nicht angemessen", sagte die Kartellamt-Sprecherin. Wie lange die Untersuchung noch dauern wird, ist aber weiterhin unklar.
Auch positive Signale Richtung Premiere
Aufatmen kann Premiere aber wohl an anderer Stelle. Wie die FAZ aus Verhandlungskreisen erfahren haben will, soll es der DFL nicht gestattet werden, nur noch fertig produzierte TV-Bilder zu vermarkten. Premiere hatte gefordert, auch zukünftig journalistisch unabhängig arbeiten zu wollen. Dieses Vorhaben scheint im Falle eines Zuspruchs der TV-Rechte an den Pay-TV-Sender auch zukünftig möglich zu sein.
Hayo Lücke