Wer sich in diesen Tagen mit dem Gedanken trägt, bei einem vermeintlichen Schnäppchen zuzuschlagen und sich endlich auch ein Mini-Laptop in Form eines sogenannten "
Netbook" anzuschaffen, sollte kurz innehalten: Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf ist die lange Akkulaufzeit des Geräts. Die Hersteller von Speichermedien schwören unisono, dass Solid State Drives (SSD), also Flash-Speicher, im Vergleich zu den konventionellen Festplatten am energiesparendsten arbeiten. "Irrtum!", wendet der Branchendienst "Tom's Hardware" nun ein. Der umgekehrte Fall sei an der Tagesordnung.
Bis zu eine Stunde Unterschied
Unter der Überschrift "
Die Mär vom SSD-Energieverbrauch" hat das Online-Magazin die Ergebnisse mehrerer Testreihen zusammengefasst. "Nein, unsere Resultate sind definitiv korrekt", stellt die Redaktion gleich zu Beginn klar. "Wir haben uns in den vergangenen Monaten beinahe ein Dutzend verschiedener Flash-Speicher von sieben verschiedenen Händlern genau angesehen und haben dabei akzeptable und manchmal sogar enttäuschende Energiebedürfnisse bei SSDs feststellen können." Als Testgerät wurde das Notebook Dell Latitude D630 ausgewählt, in das abwechselnd Flash-Speicher und eine 2,5 Zoll große Laptop-Festplatte mit 7.200 Umdrehungen eingebaut wurden. Während des Versuchs seien Akkulaufzeiten mit Unterschieden von bis zu einer Stunde gemessen worden.
Die Erklärung
SSD-Festplatte mit 256 GB. Bild: Samsung
Wie die Redaktion mitteilt, liegt der Grund darin, dass SSDs lediglich zwei Bereitschaftszustände kennen: Wenn der Speicher nicht benutzt und wenn auf Daten zugegriffen wird. Doch in beiden Fällen wird die maximale Energie beansprucht. Beim physischen Speicher sieht die Sache anders aus. Wenn sich eine 2,5-Zoll-Festplatte in Bereitschaft befindet, werden etwa 0,5 bis 1,3 Watt benötigt. Beginnt sie zu arbeiten, steigt der Energiebedarf auf 2 bis 4 Watt. Spitzenwerte werden hier allerdings nur erreicht, wenn der Lesekopf oft hin und her bewegt werden muss – was allerdings nur in dem seltenen Fall eintritt, wenn Daten gelesen werden müssen, die sich über die Platte verstreut befinden.
"Wir haben keine spezifischen Informationen darüber, aber zwei Händler haben uns gegenüber bestätigt, dass die meisten Flash-Speicher über keinen eingebauten Energiesparmodus verfügen", bilanzieren die Tester. Die Hersteller seien zu sehr damit beschäftigt, die Stabilität und Kapazität der kleinen Speicher zu erhöhen.