Unterbindung des freien Wettbewerbs anstatt Schutz gegen Produktfälschungen? Dies ist zumindest die Meinung von
eBay zum aktuellen Urteil: Nachdem das Online-Auktionshaus am Montag durch das Pariser Handelsgericht wegen der Versteigerung gefälschter Designer-Waren zu knapp
40 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt wurde, bezieht eBay nun Stellung und kritisiert die Geschäftspraktiken des Klägers Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH).
Fakes seien nicht der einzige Grund
In der offiziellen Stellungnahme heißt es: "Wenn auf dem Marktplatz gefälschte Produkte auftauchen, sorgt eBay für eine schnelle Entfernung dieser Angebote." Das Unternehmen investiere jährlich mehr als 20 Millionen US-Dollar, um Fälschungen aufzuspüren sowie zu entfernen und beschäftigt dazu mehr als 2.000 Mitarbeiter. "Im gestrigen Urteil geht es jedoch gar nicht um den Kampf gegen Produktfälschungen", sagt eBay. Stattdessen wirft das Auktionshaus dem Kläger den Versuch vor, Handelspraktiken zu schützen, die den freien Wettbewerb verhindern. So ziele die Entscheidung auch auf den Verkauf von Waren aus zweiter Hand sowie Auktionen mit neuen Originalprodukten ab. Aus Sicht von eBay stelle das Urteil den Versuch dar, in Frankreich ein Geschäftsmodell zu diktieren, das den freien Handel behindert.
Berufung angekündigt
"Der Versuch, mit der Gerichtsentscheidung die beiden Themen Fälschungen und Handelsbeschränkungen miteinander zu verbinden, deutet darauf hin, dass bestimmte Inhaber von Markenrechten Prozesse zum Thema Plagiate nur als Vorwand benutzen, um ihre Marktmacht zu stärken", kommentiert die Handelsplattform. Da diese Entscheidung für eBay und für alle im Online-Handel tätigen Nutzer inakzeptabel sei, kündigte das Unternehmen an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.