Konkurrenz belebt das Geschäft – so denkt auch die Musikbranche, die über
immer kleinere Gewinnmargen klagt. RealNetworks will laut Medienberichten mit seinem Online-Musikgeschäft Rhapsody dem Marktführer
iTunes ans Leder.
Der Plan: Rhapsody wechselt von einem Abonnement-Geschäftsmodell mit DRM-geschützten Musik-Dateien zu MP3-Downloads ohne Kopierbeschränkung und grast somit auf den iTunes-Weiden. Der Vorteil: Im Gegenteil zum unbegrenzten Internet-Streaming wie bisher können die Rhapsody-Nutzer ihre Musik auf einen MP3-Player laden und unterwegs hören.
50-Millionen-Kampagne
Mit von der Partie sind Medienberichten zufolge der Musiksender MTV, der Internet-Konzern Yahoo und der zweitgrößte US-Mobilfunker Verizon. Eine begleitende Werbekampagne soll 50 Millionen Dollar kosten. Derzeit ist noch unbekannt, ob der Dienst auch außerhalb der USA verfügbar sein wird.
Rhapsody soll rund fünf Millionen Songs aus den Katalogen aller vier großen Musikkonzerne Sony BMG Music Entertainment, Warner Music Group, EMI und Universal Music Group bieten. Eine Single schlägt mit 99 US-Cent zu Buche, die meisten Alben mit 9,99 US-Dollar. Das Internet-Magazin "Future Zone" schreibt, die Musik werde über Platzierungen auf den Websites von Yahoo und Viacom-Musiksendern wie MTV und VH1 sowie über das Mobilportal von Verizon Wireless verkauft.
ITunes ist Marktführer
Die Dateien sind im MP3-Format ohne Digitales Rechte Management (DRM) verfügbar, ausgenommen beim Direkt-Download aus dem Verizon-Netz auf das Mobiltelefon. Rhapsody schließt sich mit dieser Attacke anderen US-Händlern wie Wal-Mart, Napster und Amazon an, die ebenfalls versuchen, mit DRM-freien Angeboten Apples Online-Musikladen iTunes das Wasser abzugraben. So erfolgreich wie der Apple-Shop ist aber keiner von ihnen: ITunes hält laut "Financial Times Deutschland" in den USA über 70 Prozent des Online-Musikmarkts und gilt als der größte Musik-Detailhändler der Vereinigten Staaten.