Wer zeigt die Fußball Bundesliga ab der Spielzeit 2009/2010 im deutschen Fernsehen? Eine Entscheidung darüber ist aufgrund der Hängepartie mit dem Bundeskartellamt noch immer nicht gefallen. Premiere wünscht sich möglichst viel Exklusivität, die ARD erwartet, dass sie die Sportschau am Samstag wie bisher gegen 18:30 Uhr zeigen darf. Jetzt hat sich auch Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland (KDG), zu Wort gemeldet und Interesse an den Bundesliga-Rechten angemeldet.
KDG zeigt Interesse
KDG sei daran interessiert, bei der Deutschen Fußball Liga ein fertig produziertes TV-Bild einzukaufen, sofern dieses Vermarktungsmoell vom Bundeskartellamt akzeptiert werde. "Der Zuschnitt macht es für uns durchaus die Mühe wert, sich das Thema genau anzuschauen", sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein in Frankfurt. Man habe ausreichenden finanziellen Spielraum für ein Bieterrennen, heißt es. Offen ist aber, ob die geplante Zentralvermarktung wirklich kommen wird. Premiere pocht bereits seit Wochen darauf, weiter unabhängig aus den deutschen Stadien berichten zu dürfen. Der Einkauf eines fertig produzierten TV-Bildes sei ein Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit.
Bei KDG sieht man das anders. Vorgefertigte Bilder seien ein Vorteil, weil keine eigene Redaktion aufgebaut werden müsse. Verlockend sei außerdem, dass TV-Zuschnitte auf bestimmte Verbreitungsgebiete angeboten würden. Derzeit speist KDG Fußball-Übertragungen und andere Programme von Premiere in sein Kabelnetz ein. Der Vertrag mit Premiere, der erst im Mai um fünf Jahre verlängert wurde, sei unabhängig von einem möglichen KDG-Gebot für die Bundesliga, sagte von Hammerstein. Interesse an den Bundesliga-Rechten hatte auch KDG-Konkurrent Unitymedia signalisiert -
wenn der Preis stimme.
Hayo Lücke