Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Online-Ausgabe vom Freitag berichtet, erwägt Rupert Murdoch eine Übernahme des Bezahlsenders Premiere. Über den Kauf des spanischen Senders Digital+ wird ebenfalls verhandelt.
Vier Milliarden Euro
Zur Zeit hält Murdochs Großkonzern News Corp. einen
Aktienanteil von 25,01 Prozent. Laut FTD müsste News Corp. mehr als vier Milliarden Euro für beide Sender bezahlen. Premiere gibt sich noch ahnungslos und ließ über das Management mitteilen, dass dem Vorstand noch keine Informationen über derartige Pläne vorliegen. Der Aktienmarkt reagierte auf die Spekulationen erwartungsgemäß positiv –
die Premiere-Aktie legte zeitweise um 3,1 Prozent zu. Die Wettbewerbs- und Kartell-Hüter der EU-Kommission haben einem eventuellem Kauf bereits zugestimmt, unter der Auflage auch anderen Anbietern die Nutzung von Premieres Satellitenplattform zu erlauben.
Zweiter Versuch
Der geplante Kauf des Pay-TV Senders ist nicht der erste Versuch des australischen Unternehmers ins deutsche Mediengeschäft einzusteigen. Vor sechs Jahren hat News Corp. stolze zwei Milliarden Euro durch die Insolvenz der Unternehmen Kirchmedia und KirchPay-TV verloren. Das Deutschland-Geschäft soll diesmal Murdochs 35-jähriger Sohn James Murdoch übernehmen.
Marcel Petritz