Freitag, 27.06.2008 14:13

Neue Domain-Endungen für 100.000 US-Dollar

aus dem Bereich WebHosting
Im Internet steht eine Revolution bevor: Die Internetaufsicht ICANN lässt ab dem kommenden Jahr auch Webadressen mit frei wählbaren Endungen wie .liebe oder .berlin zu. Die Neuerung werde "die Art und Weise stark verändern, wie das Internet aussieht und funktioniert", sagte der ICANN-Vorsitzende Dengate Thrush am Donnerstagabend in Paris.

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Nicht ganz billig

Doch die Wahlfreiheit hat ihren Preis: Über 100.000 Dollar kostet der Kauf einer neuen Endung hinter dem Punkt - ganz abgesehen von den Kosten für die technische Verwaltung von möglicherweise Millionen Nutzernamen für das neue Netzgebiet. ICANN erwartet deshalb nur einige hundert neuer Adress-Endungen. Die 1,3 Milliarden Internetnutzer weltweit könnten künftig geläufige Wörter, Marken-, Orts-, Firmen- oder Eigennamen als so genannte generic Top-Level-Domains eintragen lassen, sagte Thrush nach der ICANN-Hauptversammlung mit 1500 Delegierten in Paris.

Start ab dem 3. Quartal 2008

Ab dem dritten Quartal 2009 soll es losgehen, Anträge werden ab dem zweiten Quartal angenommen. Bisher gibt es für die weltweit 160 Millionen Web-Adressen rund 250 verschiedene Endungen - seien es Länderbezeichnungen wie .de oder thematische Abkürzungen wie .com (Wirtschaft), .org (Organisationen). .edu (Bildungseinrichtungen) oder .gov (Regierungen). Künftig könnte es theoretisch eine unbegrenzte Zahl von Adress-Endungen geben. Doch für Normalbürger ist es kaum möglich, sich auf eigene Faust eine Domain zu beschaffen. Der Preis für jeden Neueintrag werde "im niedrigen sechstelligen US-Dollar-Bereich" liegen, sagte ICANN-Geschäftsführer Paul Twomey.

Entwicklungskosten müssen refinanziert werden

ICANN will damit die 20 Millionen Dollar Entwicklungskosten für die Internet-Revolution wieder hereinholen. Zudem haben laut den Regeln nur auf Dauer angelegte Organisationen oder Unternehmen eine Chance, den Zuschlag zu erhalten. "Wir erwarten nicht, dass es tausende Bewerbungen gibt", sagte Thrush. ICANN hoffe dennoch auf "eine breite Bandbreite von Bewerbern". Dazu zählt Thrush auch bestimmte Volksgruppen, die ihre Sprache und Kultur bewahren wollten. Die Großstadt Berlin könne sich .berlin sichern und New York .nyc. Und selbst häufige Nachnamen von Privatleuten könnten durch Zusammenschlüsse etwa in Vereinen zum Zuge kommen: "Es könnte ein .smith geben, damit alle Smiths der Welt ihren Platz bekommen", sagte Thrush.
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