Der Umbau des größten Festnetz-Konkurrenten der Deutschen Telekom schreitet voran. Künftig wird
Arcor nicht nur
zu 100 Prozent von
Vodafone gesteuert, sondern auch von einem neuen Chef durch die häufig nicht ganz ruhigen Fahrwasser des deutschen Telekommunikationsmarktes gesteuert. Friedrich Joussen, der Chef von Vodafone Deutschland, übernimmt ab August zusätzlich den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Arcor.
Neue Führungsstruktur
Wie Vodafone und Arcor in einer gemeinsamen Unternehmensmitteilung bekannt gaben, wird der bisherige Arcor-Boss Harald Stöber im Gegenzug von Joussen den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Gleichzeitig werde die Aufgabenverteilung bei Vodafone und Arcor im obersten Management-Gremium zusammengeführt, so dass für beide Unternehmen eine identische Führungsstruktur gegeben sei. Damit wird unter anderem auch der Weg frei gemacht, um Arcor eines Tages als Marke vom Markt verschwinden zu lassen und vollständig unter dem Dach von Vodafone zu integrieren.
Das Ziel ist klar: Vodafone und Arcor wollen nach eigenen Angaben der
beste Komplettanbieter in Deutschland werden. Um das zu erreichen, sei es notwendig, frühzeitig eine sehr enge Verzahnung in der strategischen und operativen Führung zu erreichen. Kunden sollen unter anderem
DSL- und Mobilfunk-Produkte und Services aus einer Hand bestellen können.
Der bisherige Arcor-Chef Stöber wird in der neuen Struktur nach über elf Jahren keine operativen Aufgaben übernehmen. Die neue Struktur steht unter Vorbehalt der Zustimmung des Arcor- und Vodafone-Aufsichtsrates.
Hayo Lücke