Dem Internet steht eine Revolution bevor: Auf ihrer Hauptversammlung in Paris hat die Internetaufsichtsbehörde ICANN
wie erwartet entschieden, ab 2009 auch Internetadressen mit Wunschkürzeln wie .liebe oder .berlin zuzulassen, wie der Vize-Vorsitzende der französischen Aufsichtsbehörde AFNIC, Loic Damilaville, sagte.
Die 1,3 Milliarden Internetnutzer weltweit könnten dann geläufige Wörter, Marken-, Firmen- oder Eigennamen als die sogenannten Top-Level-Domains eintragen lassen. Bisher waren nur Länderkürzel wie .de oder allgemein gültige Abkürzungen wie .org, .gov und .edu zulässig.
Chinesische Endungen in Domains
Die ICANN-Mitglieder stimmte demnach auch dafür, arabische oder chinesische Schriftzeichen bei den Domain-Namen zuzulassen. Zudem einigte sich die ICANN laut Damilaville darauf, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen der Missbrauch bei der Namensgebung begrenzt werden soll. Die Behörde wolle auch klären, wie sich moralisch- oder sicherheitsbedenkliche Domainnamen sperren lassen, sagte er.
Nach Angaben des ICANN-Vorsitzenden Paul Twomey sollen die Fragen innerhalb der kommenden drei bis vier Monate geklärt werden. Die Neuerung soll dann im zweiten Quartel des kommenden Jahres inkrafttreten.
Hayo Lücke
/ afp