Besser – und vor allem billiger. Als Apple-Chef Steve Jobs den iPhone-Nachfolger, das
iPhone 3G, aus dem Hut zauberte, verknüpfte er die Präsentation mit einem Versprechen: In keinem Land, in dem das Touchscreen-Telefon verfügbar sein wird, werden Käufer mehr als 199 US-Dollar auf den Ladentisch legen müssen. Eine knappe Kalkulation, urteilten Branchenkenner zu diesem Zeitpunkt – zumindest was den nackten Gerätepreis angeht. Die Herstellungskosten des alten iPhone lagen deutlich über dieser Marke. Das US-Marktforschungsunternehmen
iSuppli hat sich die Mühe gemacht, alle Kostenpunkte im Inneren und Äußeren des neuen Handys einmal zusammenzurechen. Das Ergebnis: Apple verdient rund 26 US-Dollar an jedem verkauften iPhone 3G. Gut, dass die Mobilfunk-Provider noch einspringen.
173 Dollar Herstellungskosten
WLAN-Modul? Vier US-Dollar. GPS-Empfänger? 3,60 Dollar. 2-Megapixel-Kamera? Sieben Dollar. – Gemeinsam mit Analyseexperten aus der Halbleiter-, Handy- und Display-Branche errechnete iSuppli, dass die Herstellung des iPhone 3G (acht Gigabyte) mit 173 US-Dollar pro Gerät zu meistern sei: "Mit Material- und Fertigungskosten in dieser Höhe ist das neue iPhone deutlich günstiger zu produzieren als der Vorgänger, obwohl dank UMTS-Unterstützung wesentliche Verbesserungen bei Funktionen und Bedienbarkeit vorgenommen wurden", sagt iSuppli-Chefanalyst Dr. Jagdish Rebello. "Das ursprüngliche iPhone war mit Kosten in Höhe von 226 US-Dollar verbunden, sodass das neue Produkt 23 Prozent niedriger im Preis liegt – dank des Preisverfalls bei den Komponenten." Die Rechnung steht noch unter Vorbehalt: iSuppli verließ sich bei der Aufstellung auf die von Apple bekannt gegebenen technischen Details. Etwaige Korrekturen werden vorgenommen, sobald das Gerät tatsächlich verfügbar ist.
Besser – und vor allem billiger: Günstiger Preis dank niedriger Hardware-Kosten. Foto: Macrumors.com
Zusatzgewinne durch Subventionen und Provisionen
Steve Jobs braucht sich allerdings keinesfalls Sorgen zu machen, dass es lediglich bei den 26 Dollar Gewinn pro Gerät bleibt: In Amerika hat sich der Exklusiv-Partner AT&T dazu verpflichtet, 325 Dollar Subvention für jeden iPhone-Neukunden auf einen Schlag an Apple anzuweisen. Diese Zahl wurde vergangene Woche bekannt, als der Oppenheimer-Analyst
Yair Reiner die Vertriebsstruktur genauer unter die Lupe nahm. Schafft es Apple, einen iPhone-Käufer in den eigenen Ladenlokalen zum Unterschreiben des Mobilfunkvertrages zu bewegen, werden für AT&T noch einmal 100 Dollar Provision fällig, sodass das Unternehmen rechnerisch rund 350 bis 450 Dollar pro verkauftem Gerät einstreichen kann. Reiner prognostiziert, dass bis zum Jahresende rund 15,2 Millionen Einheiten abgesetzt werden können. Im kommenden Jahr sollen es bereits 33,2 Millionen sein.