Abermals gibt es neue Hoffnung für Bewohner ländlicher Gebiete, die seit Jahren in der Schmalbandfalle gefangen sind: Nach Angaben der Tageszeitung "Die Welt" hat der Beirat der Bundesnetzagentur die Idee eines nationalen Regelsystems am Mittwochnachmittag fallengelassen. Künftig sollen je nach Region eigene Regulierungen gelten, um Breitbandanbietern die Entscheidung zur Investition zu erleichtern.
Preismonopol für lokale Anbieter
Auf dieses Prinzip habe sich das Gremium auf einer Sitzung geeinigt. Die Intensität des Wettbewerbs habe sich in Ballungsgebieten besser entwickelt als in dünn besiedelten Räumen, heißt es nach Angaben der "Welt" in dem Beschlusspapier. Es läge an der Regulierung, darauf zu reagieren. Als Beispiel nennt der Beirat Regionen, in denen bestimmten Anbietern ein Preismonopol eingeräumt wird, sodass der Ausbau fortschreiten kann. Konkurrenten der Deutschen Telekom wären dann in der Lage, gemeinsam ein Breitbandnetz zu etablieren und zu nutzen. Durch die Preisgarantie der Bundesnetzagentur sei die Investition langfristig geschützt, heißt es weiter.
Derzeit hält sich die Investitionsfreude in Bezug auf dünn besiedelte Gebiete in der Breitbandbranche in Grenzen. Sobald der Netzausbau in den ländlichen Raum ausgedehnt wird, ist der Provider nach den geltenden Grundsätzen der Regulierungsbehörde dazu verpflichtet, das Netz für die Konkurrenz umgehend zu öffnen.
André Vatter