Mittwoch, 25.06.2008 10:46

Unitymedia mit unzulässiger Preiserhöhung

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Rechte der Unitymedia-Kunden gestärkt. Eine zum Jahreswechsel vorgenommene Preiserhöhung war unrechtmäßig. Jetzt ist es an den Kunden, ihr Geld zurück zu fordern.

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2,41 Euro zu viel

Zum 1. Januar 2008 nahm Unitymedia eine Preiserhöhung in Höhe von 2,41 Euro vor. Der analoge Kabelanschluss kostete folglich 17,90 Euro - zuvor waren es noch 15,49 Euro. In den Augen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen war der Dreh an der Preisschraube unrechtmäßig, da er "auf einer unzulässigen Preiserhöhungsklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)" basierte. Eine Abmahnung folgte.

Unitymedia sah die Sachlage jedoch anders, unterließ die Unterschrift und provozierte so eine Klage vor dem Landgericht Köln. Gleichzeitig wendete sich die Verbraucherzentrale an die Betroffenen und forderte dazu auf Widerspruch einzulegen und die Mehrkosten nur unter Vorbehalt zu zahlen. Nach Angaben der Verbraucherschützer wurde eine entsprechende Dokumentenvorlage rund 37.000 mal von der Internetseite geladen.

Späte Einsicht

Jetzt unterzeichnete Unitymedia die Unterlassungserklärung doch noch. Folglich verspricht der Kabelnetzbetreiber, die Preiserhöhungsklausel in den AGB nicht mehr zu verwenden oder sich auf sie zu berufen. Die Preiserhöhung vom Jahreswechsel ist in den Augen der Verbraucherzentrale NRW dadurch rechtlich unwirksam. Betroffene Unitymedia-Kunden können sich ein Musterschreiben für die Rückforderung hier herunterladen. Alternativ liegt das Formular auch in den Beratungsstellen aus.

Eine Unitymedia-Sprecherin erklärte gegenüber onlinekosten.de, dass der Vergleich mit der Verbraucherzentrale ausschließlich die Kundengruppe der Einzelvertragskunden betreffe. Wer seine Kabelgebühren über die Nebenkosten entrichte, sei nicht betroffen. Wer den neuen Betrag für analoges Fernsehen nicht zahlen möchte, können auf den digitalen Kabel-Anschluss wechseln, der einen Euro günstiger ist, aber mehr Programme und eine bessere Bild- und Tonqualität liefert. Bereits 40 Prozent der Einzelvertragskunden seien diesen Weg bereits gegangen. "Analoges Fernsehen ist ein Auslaufmodell, aber Kabelfernsehen darf nicht als Technikmuseum fungieren", so die Sprecherin weiter.

Überraschung für arena-Kunden

Abgesehen von der Preiserhöhung für den analogen Kabelanschluss fällt Unitymedia derzeit negativ durch kunden-unfreundliche Infobriefe auf. Wer sich nicht intensiv mit den Schreiben auseinander setzt, merkt erst einige Zeit später, dass die Grundgebühr für den Kabelanschluss um einen neuen Posten erweitert wurde. Die Kölner müssen, so scheint es, den Dienst am Kunden ein wenig überdenken.
Michael Müller
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    Zuletzt kommentiert von Laurin am 12.07.2008 um 14:57 Uhr
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