
Die englische Softwareschmiede
Symbian Limited steht vor einer Umstrukturierung. Das Unternehmen, das 1998 von Ericsson, Motorola, Nokia und Psion gegründet wurde, soll in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt werden. Um dies zu bewerkstelligen, will Großinvestor Nokia die Unternehmensanteile aller Mitstreiter erwerben.
Eins für alle
Bisher agierte Symbian Ltd. von London aus als Entwickler und Lizenzgeber für das Betriebssystem Symbian OS. Einige Handy-Hersteller - beispielsweise LG oder Samsung - setzten dann die von Nokia entwickelte
S60-Oberfläche auf das Betriebssystem. Motorola und Sony Ericsson brauten ihr eigenes Joint-Venture-Süppchen und spendierten ihren Smartphones
UIQ. Damit soll bald Schluss sein. Durch den Erwerb aller Unternehmensteile wird Nokia die Symbian Ltd. in eine Foundation umwandeln. Ziel ist eine einheitliche Plattform, um die Verbreitung von Symbian und passender Zusatz-Software voran zu treiben.
Nokia bietet insgesamt 264 Millionen Euro für alle Unternehmensanteile, die sich noch nicht im eigenen Besitz befinden. Nokia erhielt bereits unwiderrufliche Zusagen von Sony Ericsson, Ericsson, Panasonic und Siemens International Holding.
Symbian-Unternehmenseigner. Bild: symbian.com
Start im kommenden Jahr
Die
Symbian Foundation steht bereits in den Startlöchern. Gründer werden Nokia, AT&T, LG Electronics, Motorola, NTT DOCOMO, Samsung, Sony Ericsson, STMicroelectronics, Texas Instruments und Vodafone sein. Die Initiatoren erwarten, dass die Stiftung ihre Arbeit in der ersten Jahreshälfte 2009 aufnehmen wird. Zum Start würden "ausgewählte Komponenten" als Open-Source-Software zur Verfügung gestellt, schreibt Nokia in einer Pressemitteilung. Innerhalb der folgenden zwei Jahre sei ein Komplettpaket das Ziel, das unter der Eclipse Public License (EPL) 1.0 veröffentlicht werde.
Die Gründung der Symbian Foundation ist nicht zuletzt auch ein strategischer Schachzug in Richtung "
Open Handset Alliance". Das von der Branche heiß erwartete
Android könnte die Softwareentwicklung für die mobilen Begleiter revolutionieren. Die Symbian-Komponenten zu vereinheitlichen ist also kein wirklich überraschender Schritt. Zumal das Schlagwort "Open-Source" sofort jegliche Sympathien auf seiner Seite hat.