Kunden des Kabelnetzbetreibers
Unitymedia sollten in diesen Tagen Vorsicht walten lassen. Der Kabelnetzbetreiber hat einen Blick in seine Adressdatenbank geworfen, um jene Kunden anzuschreiben, die vor gut zwei Jahren das
Frühbucherangebot des
einstigen Bundesliga-Senders arena bestellt hatten. In dem Schreiben, das der Redaktion von onlinekosten.de vorliegt, wird darauf hingewiesen, dass sich ab der neuen Spielzeit die monatliche Grundgebühr für das Abonnement vertragsgemäß von bisher 9,90 Euro auf 14,90 Euro erhöht. Soweit keine Überraschung. Die folgt aber, wenn der Brief bis zum Ende gelesen wird.
Pay-TV ohne Aufforderung
Es verlängert sich nämlich nicht nur der arena-Vertrag, sondern Unitymedia ist auch dazu übergegangen, ohne eingegangene Aufforderung allen angeschriebenen Kunden das
Digital TV Plus-Paket hinzu zu buchen. Das Pay-TV-Angebot mit 22 weiteren TV-Programmen (zum Beispiel Fox Channel, Kinowelt TV oder AXN) kostet normalerweise knapp acht Euro, wird arena-Kunden der ersten Stunde aber für fünf Euro extra im Monat beziehungsweise inklusive des arena-Abos für insgesamt 19,90 Euro monatlich angeboten.
Bedenklich ist dabei, dass arena-Kunden nicht die Wahl gelassen wird, ob sie das Paket buchen möchten oder nicht. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Falls Sie das erweiterte Programm von Digital TV Plus nicht empfangen möchten, melden Sie sich bitte telefonisch bei uns bis zum 31. Juli 2008." Im Umkehrschluss bedeutet das: wer nicht zum Telefon greift, muss unabhängig davon, ob er die 22 weiteren Sender nutzen möchte, monatlich fünf Euro mehr bezahlen.
Unitymedia nennt das "Fair Play Garantie". Deutlich fairer wäre es aber gewesen, Kunden ein unverbindliches Angebot zu unterbreiten, das erst auf ausdrücklichen Wunsch geschaltet wird. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Kabel-TV-Anbieter in den vergangenen Monaten häufiger per Post Werbung für den Kabel-Internet-Anschluss verschickte, könnte viele Kunden in die Kostenfalle tappen lassen. Durchaus denkbar, dass viele Unitymedia-Abonnenten das neue Schreiben bereits ungeöffnet als Altpapier entsorgt haben.
Unitymedia sieht Preisvorteil gegenüber Premiere
"Dieses Angebot ist aus Sicht des Unternehmens ausgesprochen attraktiv und verbindet das Auslaufen des Frühbucher-Rabatts mit einem deutlich erweiterten Programmerlebnis zum Preis des regulären Bundeliga-Abos", erklärte ein Unitymedia-Sprecher auf Anfrage von onlinekosten.de. Zum Vergleich: bei Premiere kostet allein das Bundesliga-Abo
ohne weitere Kanäle 19,99 Euro. Man gehe deswegen davon aus, dass die Abonnenten mit diesem Angebot in der Regel einverstanden seien. Die Kundenhotline reagiere aber auch kulant, "falls ein Schreiben mal verloren gegangen sein sollte", so der Sprecher weiter.