Der Letzte macht das Licht aus: Ab 2018 gilt dies wohl für den hartnäckigsten Glühbirnen-Benutzer. Denn bis dahin soll die herkömmliche Lichtquelle
nach dem Willen der Europäischen Kommission in Europa abgeschafft sein.
Ab 2010: Energiesparlampen
Betroffen sind zunächst die Birnen mit einer Leistung von mehr als 40 Watt. Ab Anfang 2010 sollen sie durch Energiesparlampen ersetzt werden.
Zwei Jahre später wird der 40-Watt-Birne das Lebenslicht ausgeknipst.
Dem Beschluss liegt ein Ökologie-Programm aus dem Jahre 2007 zugrunde, auf das sich die Regierungen verständigt haben. Vorbilder sind Australien und Neuseeland,
wo die Birne bereits ab 2009 nicht mehr heimleuchtet, so die "Welt".
Stand-by im Fadenkreuz
Ein rotes Tuch im Öko-Auge sind auch Stand-by-Schaltungen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass ein per Fernbedienung abgestelltes Gerät praktisch keine Energie verbraucht. Wie die "Welt" berichtet, haben jedoch
elektrische Geräte in deutschen Haushalten und Büros im Jahre 2004 allein durch die rot leuchtenden Bereitschaftsmelder 18 Milliarden
Kilowattstunden Strom "gefressen". Das Blatt beruft sich auf Zahlen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.
Schätzungen zufolge könnte man hier durch drastisches Reduzieren so viel Strom sparen wie ganz Ungarn verbraucht. Die Grünen hatten sogar schon ein Stand-by-Verbot in Deutschland erwogen.
Am 7. Juli will der Regelungsausschuss strengere Grenzwerte diskutieren.
Laut einem Entwurf soll ein Gerät im Stand-by-Modus nicht mehr als ein Watt ziehen, zwei Watt bei Displays. Später sollen die Auflagen noch verschärft werden.
Grundlage ist die EU-Richtlinie zum Ökodesign energiebetriebener Produkte (EuP). Sie schreibt vor, elektrische Geräte so zu konzipieren, dass sie die Umwelt so wenig wie möglich belasten.
Netzschalter gefordert
Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland begrüßt die Entwicklung und fordert darüber hinaus einen verbindlichen Netzschalter zum endgültigen Ausstellen eines Gerätes. Die Industrie protestiert und führt den zusätzlichen Kostenfaktor ins Feld, gibt sich jedoch insgesamt gesprächsbereit: Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin habe sie den strengeren Energie-Richtlinien "überwiegend" zugestimmt.
Dennoch: Der Energieverbrauch in Europa steigt und steigt – trotz Umweltbewusstsein und technischer Entwicklung. Wie die "Welt" weiter berichtet, wurde zwischen 1999 und 2004 10,8 Prozent mehr Strom verbraucht. Fazit: Es muss noch mehr getan werden.
Derzeit stellt die EU-Kommission über 20 Produktgruppen auf den Prüfstand. Ziel ist herauszufinden, ob sie mit weniger Energie betrieben werden können. Mit dabei sind unter anderem Fernseher, TV-Empfangsgeräte, Ladegeräte und Computer.
"Top Runner" als technischer Maßstab
Die Bundesregierung befürwortet eine "Top Runner"-Lösung, so die "Welt". Dabei soll das effizienteste Gerät jeder Gruppe zum Vorbild erhoben werden. Fünf Jahre später darf dann kein Gerät mit schlechteren Verbrauchswerten mehr verkauft werden.
Die SPD-Fraktion würde diesen Ansatz gern noch in diesem Jahr umsetzen. Ein Vorpreschen etwa in Form von Produktverboten ist jedoch riskant und würde Deutschland in Brüssel die rote Karte einbringen. Denn ein europäisches Produkt, das bestimmten EU-Standards genügt, ist automatisch auch für den deutschen Markt zugelassen.