Die beiden Fernsehsender ARD und ZDF stehen als öffentlich-rechtliche Anstalten mit ihrem breiten Angebot an Programmen und Spartensendern häufig im Mittelpunkt von heftig geführten Diskussionen. Der Aufschrei bei Fernsehzuschauern in der Politik ist meist groß, wenn beide Sender wieder einmal eine Anhebung der
GEZ-Gebühren fordern. Auch die
Online-Aktivitäten der Sender werden sowohl von der privaten Konkurrenz als auch von der EU-Kommission kritisch beäugt.
Gemeinsamer Handy-TV-Kanal
Der Betätigungsrahmen von ARD und ZDF soll durch den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag genauer festgelegt werden. Der Arbeitsentwurf der Bundesländer wurde Mitte Juni von den Ministerpräsidenten beraten. Die Online-Angebote der beiden Anstalten sollen
beschränkt werden. Für den Empfang der öffentlichen Programme auf mobilen Endgeräten findet sich dagegen in dem Entwurf eine Erweiterung des Sendeauftrages. Beide Sendeanstalten sollten nach den Wünschen der Länder gemeinsam ein zusätzliches Programm entwickeln, dass für den Empfang auf den kleinen Handy-Displays optimiert ist und auch regionale Programmelemente enthält.
Absage von ARD und ZDF
Diesem Plan haben der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und ZDF-Intendant Markus Schächter nun eine klare Absage erteilt. In einem gemeinsamen Brief an die Rundfunkkommission der Länder führten sie den dafür erforderlichen finanziellen und administrativen Aufwand als zu hoch an. Zuvor hatten beide Anstalten allerdings sogar jeweils die Errichtung einen eigenen zusätzlichen Senders für das
Handy-TV geplant. Da diese aber mit bereits bestehendem Sendematerial für den Empfang auf dem Handy eingerichtet werden sollten, wäre der Aufwand dafür überschaubar geblieben.
Programme sollen Zuschauern Mehrwert liefern
ARD und ZDF betonten, dass es nicht darum gehen könne "auf Gedeih und Verderb ständig neue Programme veranstalten" zu wollen. Der Gebührenzahler solle vielmehr durch die Programme einen "publizistischen Mehrwert" erhalten. Trotz der Absage für einen gemeinsamen Handy-TV-Kanal, sollen ARD und ZDF mit ihren bestehenden Hauptprogrammen wie bisher über die
Mobile 3.0 Handy-TV-Plattform auch mobil nutzbar sein. Das Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0 kämpft jedoch, wie von onlinekosten.de
berichtet, noch mit Startschwierigkeiten.