Der Tod von Toshibas scharfem Videoformat HD-DVD hat für allerlei Spekulationen bei Konsolenbesitzern gesorgt. Immerhin war es der Softwareriese Microsoft, der den Japanern bis zuletzt die Treue gehalten und für die XBox 360 schon früh ein entsprechendes Laufwerk im Angebot hatte. Kurz nach Ende des Formatkriegs um die Nachfolge der DVD mehrten sich die
Meldungen, nach denen sich die Redmonder bereits in Gesprächen mit Sony befänden, um den Sieger Blu-ray mit einem eigenen Xbox-Lesegerät zu würdigen. Pustekuchen, wie Microsoft jetzt erstmals ausdrücklich verkündet. Eine Unterstützung für das Sony-Format sei nicht in Planung.
Digitale Verbreitungswege
Das zumindest erklärte der deutsche Entertainment-Chef Stephan Brechtmann der Presseagentur dpa in einem Interview. "Für die meisten ist die Blu-ray nach wie vor viel zu teuer, und es gibt viele andere und günstigere Angebote", wird er dort zitiert. Microsofts Abneigung gegenüber optischen Speichermedien wurde in letzter Zeit immer augenscheinlicher, nicht zuletzt, da das Modell des "digitalen Verbreitungswegs" via Internet stärker forciert wurde: Der Konzern hat einiges an Zeit und Geld in den Aufbau der Online-Videothek
Xbox Live gesteckt. "Diese Marktentwicklung bestätigt unsere These, dass physikalische Datenträger einen begrenzten Lebenszyklus von vielleicht noch vier, fünf Jahren haben", bestätigte Brechtmann nun die These. Sowohl Filme als auch Spiele werden von Konsolenbesitzern wohl künftig häufiger heruntergeladen als im Geschäft gekauft werden.
Bestens aufgestellt
Der Konsolenmarkt ist so hart umkämpft wie nie zuvor. Erst im Frühjahr hatte Microsoft den Preis für die Xbox
drastisch gesenkt, um der Konkurrenz Marktanteile abzujagen: so geht die Konsole nun bereits ab 199 Euro über den Ladentisch. Vor einem Monat konnte das Unternehmen dann verkünden, dass bei den Verkäufen der Xbox in den USA die Grenze von
zehn Millionen Einheiten überschritten wurde. Keine andere Konsole wurde dort bislang häufiger verkauft. Microsoft sieht sich für die Zukunft bestens aufgestellt: "Seit der Preissenkung sind die Karten neu gemischt", sagte Brechtmann. Auch der Erfolg des neuen Game-Hits "
Grand Theft Auto 4" hätte sich bereits bestens auf die Verkaufszahlen ausgewirkt.