Mittwoch, 18.06.2008 14:07

Deutschland giert nach mehr Bandbreite

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk
In Deutschland ist für die beteiligten Anbieter im Festnetzgeschäft kurz- und mittelfristig kein Umsatzwachstum zu erwarten. "Neue Dienste egalisieren höchstens das, was bei alten Diensten verloren wird", sagte Telekommunikationsexperte Professor Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch auf der Handelsblatt-Jahrestagung "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf. Für Gerpott steht fest: Sowohl bei den alternativen Festnetzbetreibern als auch bei den Kabelnetzbetreibern sind weitere Zusammenschlüsse und Maßnahmen notwendig, um effizienter und kostengünstiger arbeiten zu können sowie angemessene Kapitalrenditen zu erwirtschaften.

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Konsolidierung schreitet voran

Als aktiven Konsolidierer erwartet Gerpott in Deutschland nicht nur Telefonica, sondern auch Arcor beziehungsweise die Arcor-Muttergesellschaft Vodafone. Zu den Übernahmekandidaten gehören die schon häufiger gehandelten Unternehmen Versatel und Alice sowie das DSL-Geschäft von freenet. Denkbar sei aber auch ein Zusammenschluss von Kabelnetzgesellschaften. Dazu müsse allerdings das Bundeskartellamt seine Marktsicht ändern und die Blockadehaltung verschiedener Investoren gelöst werden.

Der deutsche Breitbandmarkt war laut Gerpott auch im Jahr 2007 durch die starke Penetration an DSL-Anschlüssen getrieben. Ende 2007 war in 47 von 100 deutschen Haushalten ein DSL-Anschluss geschaltet. In krassem Gegensatz dazu steht die vergleichsweise geringe Verbreitung von Kabelmodems, die zum gleichen Zeitpunkt in nur etwa drei von 100 Haushalten zu finden waren. Insgesamt bewegt sich Deutschland europaweit mit einer Breitband-Penetrationsquote von gut 50 Prozent im Mittelfeld. Deutlich stärker ist die Breitbandverbreitung zum Beispiel in den Benelux-Staaten, Skandinavien oder Großbritannien ausgeprägt.

Ende des Breitband-Wachstums in Sicht

Nach übereinstimmenden Analysen ist auf dem deutschen Breitband-Markt mindestens für die nächsten zwei bis drei Jahre mit weiterem Wachstum zu rechnen. Ende 2007 waren in Deutschland 18,5 Millionen direkt geschaltete DSL-Anschlüsse mit dem Internet verbunden, wovon 32,4 Prozent auf alternative Carrier entfielen. Bis Ende 2008 wird mit 22,6 Millionen DSL-Anschlüssen gerechnet, Ende 2010 sollen es etwa 29,3 Millionen Anschlüsse sein. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, wäre Ende 2010 mit einer DSL-Anschlusspenetration von 75 Prozent zu rechnen. Wichtig ist dabei anzumerken: das Geschäft mit Resale-Anschlüssen ist auf einem absteigenden Ast.
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 Kabel gegen DSL durchsetzen? Warum nicht!? (10 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von delarossa am 21.06.2008 um 16:11 Uhr
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