Weil die traditionellen europäischen Mobilfunkmärkte in Europa zunehmend gesättigt sind, müssen sich die großen Netzbetreiber Gedanken über entsprechende Ersatzdienste machen. Gerade vor dem Hintergrund sinkender Minutenpreise und den daraus resultierenden Umsatzverlusten müssen neue Dienste her. Deutschlands gemessen an der Kundenzahl größter Netzbetreiber T-Mobile möchte nicht nur mit Breitband-Diensten punkten, sondern auch mit mobilen Daten-Applikationen. Das erklärte der Chef von
T-Mobile Deutschland, Philipp Humm, am Mittwoch auf der Handelsblatt-Jahrestagung "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf.
Neue Instant-Messaging-Flatrate
Humm sieht in mobilen Datenapplikationen echte Wachstumstreiber. "Mobile Anwendungen werden zum Alltag gehören", sagte Humm. So soll bei T-Mobile zum Beispiel im Herbst dieses Jahres ein neuer
Instant Messaging-Dienst eingeführt werden, der mit allen gängigen Messaging-Diensten wie ICQ oder MSN kompatibel sein wird. Konkrete Details verriet Humm noch nicht. Er räumte aber ein, dass der Dienst als Flatrate-Option zu den gängigen T-Mobile-Datentarifen zugebucht werden könne. Hintergrund für die Einführung der Option ist, dass bis zum Jahr 2015 eine Versechsfachung der Instant-Messaging-Nutzer erwartet wird.
Ergänzend dazu soll bei T-Mobile zukünftig der Community-Gedanke weiter forciert werden. Es sei denkbar, dass zum Beispiel die
MyFaves-Produktlinie um weitere Community-Dienste erweitert wird. Zusätzliche Umsätze will T-Mobile unter anderem durch mobile Werbung generieren. Dabei sollen auch mobile Endgeräte wie das
UMTS-iPhone helfen. "Innovative Endgeräte sind der Treiber mobiler Datennutzung", zeigte sich Humm überzeugt. Weiter führte er aus, dass die Datennutzung auf Handys, die
EDGE,
UMTS oder sogar
HSDPA ausgestattet sind, "zu einem ganz normalen Vorgang" werde.
Kritik an Regulierung
Kritik übte Humm an der Regulierungspolitik in Deutschland. Durch die regulatorische Senkung von Terminierungsentgelten und Roaminggebühren habe man zuletzt einen Umsatzverlust von zehn Prozent verkraften müssen. "Welcher andere Markt hat einen solchen Verlust zu verkraften", zeigte sich der T-Mobile Deutschland Chef alles andere als zufrieden. Zukunftsweisende Infrastrukturen auf Telekommunikationsmärkten zu schaffen, lohne sich nur, wenn die Investitionen auch lohnen. "Das ist in Europa und insbesondere auch in Deutschland nicht so", sagte Humm. Im Festnetzgeschäft müsse insbesondere die Glasfaser-Infrastruktur, die derzeit aufgebaut wird, vor Regulierung geschützt werden.