Dass auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ein Preiskampf entbrannt ist, ist kein Geheimnis. Unter vorgehaltener Hand sprechen Branchen-Vertreter sogar von einem "ruinösen Wettbewerb". Unter anderem gerade deswegen ist es wichtig, sich nicht nur durch einen guten Preis am Markt zu positionieren. Vielmehr ist es auch wichtig, potenziell wechselwillige Kunden zu einem Bleiben bei der momentan genutzten Marke zu bewegen.
Vodafone hat sich in diesem Zusammenhang zum Ziel gesetzt, der beste Komplettanbieter in Deutschland zu werden.
Fokus auf Breitband-Versorgung
Frank Rosenberger, Marketingchef von Vodafone D2, sieht den Fokus klar auf breitbandigen Internetverbindungen. Auf der einen Seite wird der DSL-Markt "in den nächsten zwei bis drei Jahren ein sehr hohes Wachstum sehen", sagte Rosenberger am Dienstag auf der Handelsblatt Jahrestagung "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf. Auf der anderen Seite stehe aber auch die mobile Datenkommunikation im Trend. Derzeit seien gerade einmal 20 Prozent der in Deutschland verkauften Notebooks so weit ausgerüstet, um über eine
UMTS-Datenkarte online zu gehen.
Vodafone schielt unter anderem auf jene Kunden, die in Regionen wohnen, wo keine DSL-Versorgung gewährleistet ist. Laut Rosenberger sind Internet-Downloads mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde in derzeit rund 2.250 Städten möglich. Weit weniger stark ausgebaut sind hingegen jene Regionen, in denen über
HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit/s im Internet gesurft werden kann.
Vodafone beziffert die Zahl der entsprechend ausgerüsteten Hotspots auf 350 Stück. Trotzdem beschäftigt man sich schon jetzt mit den weiteren Ausbaustufen. Mittelfristig wird es möglich sein, mit bis zu 14,4 beziehungsweise 28,8 Mbit/s Daten aus dem Internet zu laden. Dieser Trend wird sich mit der Einführung von
LTE (Long Term Evolution) langfristig noch verstärken, wenn Downloadraten jenseits von 100 Mbit/s realisiert werden können.
Handy soll zur E-Mail-Maschine werden
Wichtig ist
Vodafone aber auch, das Handy zunehmend zu einem Kommunikationsmittel zu machen, das nicht nur für Telefonate genutzt wird. Zwar nutzt inzwischen rein statistisch jeder Deutsche mehr als nur ein Mobiltelefon, gerade einmal 3,5 Millionen Endnutzer rufen über ihr Handy aber E-Mails ab. Deswegen soll das E-Mailen mit dem Handy künftig so einfach sein, wie das Verschicken von SMS. "Wir sind heute bei aktuellen Endgeräten soweit, dass wir eine Aktivierung eines E-Mail-Kontos mit einem Klick ermöglichen", so Rosenberger. "Diese Form des Wegfalls von Barrieren ist ein erheblicher Schritt, um E-Mail-Dienste nach vorne zu bringen."