Rund 240.000 Kunden in Deutschland benutzen derzeit das Internet zum Fernsehen. Vergleicht man die Zahlen mit einer Erhebung von Ende vergangenen Jahres, lässt sich ein Zuwachs in Höhe von 33 Prozent nachzeichnen. Damals gab es lediglich 180.000 registrierte
IPTV-Anhänger.
Bald zehn Millionen IPTV-Nutzer?
Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie, die das Marktforschungsinstitut GfK Panel Services im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom durchführte. Anlass zur Umfrage ist der am Mittwoch stattfindende
1. IPTV-Summit in Berlin, bei dem Experten die Perspektiven und Chancen des Internet-Fernsehens diskutieren wollen. Die jüngst ermittelten Nutzerzahlen stimmen die Teilnehmer schon jetzt fröhlich: Zusätzlich zu den 240.000 IPTV-Zuschauern, die Kunden entweder bei der Deutschen Telekom, Alice oder bei Arcor sind, werden künftig noch weitere hinzu kommen. Immerhin: rund 40 Prozent aller deutschen Internetnutzer können sich vorstellen, ihre Fernsehsignale künftig aus dem Internet zu beziehen: "Damit öffnet sich ein Massenmarkt von
bis zu zehn Millionen Kunden", prophezeit Bitkom-Vizepräsident Achim
Berg. Umso erstaunlicher sei die hohe Akzeptanz, wenn man bedenke, dass die IPTV-Angebote "noch nicht breitflächig beworben" worden seien.
Bestens gerüstet
Dem Ansturm sei die Infrastruktur der Netzbetreiber jedenfalls gewachsen: In den vergangenen Jahren hätten die Anbieter Milliarden in den Ausbau investiert. Nach Angaben des Bitkom werden schätzungsweise 23 Millionen Haushalte am Ende des Jahres 2008 über einen Breitband-Anschluss verfügen – die wichtigste Voraussetzung für den Empfang von IPTV. Tatsächlich lägen die Probleme an anderer Stelle: "Wir warnen davor, die enormen Potenziale von Internet-Fernsehen durch Überregulierung zu ersticken“, sagte Berg. Es seien vor allem die rechtlichen Hürden, die einen "zukunftsträchtigen Massenmarkt" bedrohen könnten.
André Vatter