Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit sollen in einem öffentlichen Zug geheime Unterlagen aufgetaucht sein, die offenbar dort vergessen worden sind. Wie die "Independent on Sunday" berichtet, habe man die Dokumente dem Blatt zukommen lassen. Der Fund soll brisante Informationen über die britische Politik zur Bekämpfung von weltweiter Terrorfinanzierung, Drogenhandel und Geldwäsche enthalten.
Sicherheits-"Waterloo"
vor Bahnhof Waterloo
Außerdem werde darin dokumentiert, wie man Handel und Banksysteme manipulieren kann, um illegale Massenvernichtungswaffen im Iran zu finanzieren. Ein Waterloo der Sicherheit im Zug nach Waterloo: Denn zum so benannten Londoner Bahnhof war der Zug unterwegs gewesen.
Brisanter Weise ist dies offenbar nicht der erste Vorfall. Erst kürzlich war ein britischer Regierungsbeamter nach einer Panne mit Geheimdokumenten vom Dienst suspendiert worden. Der Fall liegt ähnlich: Papiere mit Informationen über das Terrornetz Al-Qaida sind gleichfalls in einem Zug liegen geblieben und der BBC übergeben worden, so das Blatt.
Risiko durch Laptop-Diebstahl
Ein Zusammenhang von beiden Vorfällen ist derzeit nicht bekannt. Die Regierung hat sich für den Vorfall entschuldigt und versichert, man werde dafür sorgen, dass sich Ähnliches nicht wiederholt. Was jedoch geschehen soll, bleibt vorerst offen. Der Handlungsbedarf hingegen liegt auf der Hand: In der Vergangenheit sind insbesondere durch Laptop-Diebstahl mehrfach persönliche und geheime Daten tatsächlich oder beinahe in unbefugte Hände geraten, teilweise durch fahrlässiges Verhalten von Regierungsbeamten.
Dorothee Monreal