Die Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) in Deutschland lag auch im vergangenen Jahr über dem europäischen Durchschnitt. Dies ermittelte TNS Infratest im Rahmen des Langzeitprojektes "Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft" im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Insgesamt belegt Deutschland demnach im direkten Vergleich der fünf bevölkerungsstärksten EU-Staaten den zweiten Platz nach Großbritannien.
Führend bei Telefonanschlüssen
Innerhalb der Beobachtung werden 26 verschiedene Bereiche wie zum Beispiel der Gesamtmarkt, die Infrastruktur und bestimmte Anwendungen untersucht, wobei sich Deutschland im Vergleich zum Vorjahr bei 20 dieser Indikatoren verbessert habe – im Hinblick auf den europäischen Durchschnitt. So könne der Standort zur führenden IuK-Nation Europas aufsteigen. Zu den besonderen Stärken zählten unter anderem die Zahl der Telefonanschlüsse, die bei 160 Prozent des europäischen Mittelwertes liegen. Die Anzahl der Nutzer von
E-Commerce ist mit 152 Prozent ähnlich hoch. Die
Versorgung der Bevölkerung mit Breitband- und DSL-Anschlüssen ist von 84 auf 103 Prozent beziehungsweise von 98 auf 116 Prozent gestiegen.
72 Prozent nutzten das Internet
Dennoch ist das Wachstum in einigen Segmenten unterdurchschnittlich. Deutlichen Nachholbedarf gebe es zum Beispiel bei Breitband-Kabeln in Haushalten. Hier liegt der Anteil gerade einmal bei 40 Prozent des europäischen Durchschnitts – 2006 waren es 19 Prozent. Auch die mobile Internetversorgung fällt mit 80 Prozent gering aus. Bei der gesamten Internetnutzung und der Mobilfunkverbreitung liegt Deutschland hingegen wieder an der Spitze. So nutzten innerhalb der letzten drei Monate 72 Prozent der deutschen Bürger im Alter von 16 bis 74 Jahren das Internet. Ein Grund für die positive Entwicklung sei die steigende Anzahl älterer Nutzer. Auch die fallenden Breitbandpreise sollen für mehr Wachstum sorgen. Im Schnitt betragen diese in Deutschland 28,91 Euro (Stand 2007), innerhalb der Gesamt-EU 35,84 Euro.
Die Rate der Mobilfunknutzer wurde mit 118 Prozent ermittelt, was sieben Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegt – hinter Italien und Großbritannien mit 135 beziehungsweise 118 Prozent.
Saskia Brintrup