Die Bundesnetzagentur ist nicht gerade als Freund der Deutschen Telekom bekannt. Erst Mitte Mai hatte sie die von der Telekom beantragten
Bitstream-Entgelte noch einmal im Preis gedrückt. Die Behörde versprach sich davon eine Ausweitung des Wettbewerbs auf dem Breitbandmarkt. Bereits
Mitte 2007 wurden die einmaligen Entgelte für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an die Wettbewerber der Telekom festgelegt. Diese, einjährige Preisfestlegung, steht jetzt zur Überprüfung an.
VATM kritisiert Preisvorstellungen
Nach einer Mitteilung des Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM), in dem die Wettbewerber der Telekom zusammengeschlossen sind, hat die Deutsche Telekom bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der TAL-Entgelte um bis zu 70 Prozent beantragt. Nach Angaben des Bundesverbandes Breitbandkommunikation BREKO entspricht dies einem Preisanstieg von 50 auf 80 Euro. Der VATM regiert mit heftiger Kritik auf die Pläne: "Es ist unglaublich, in welchem Maße die Telekom versucht, an der Preisschraube zu drehen", sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Das beantragte Entgelt würde deutlich über den Kosten für die erbrachte Leistung liegen. Der VATM forderte sogar eine deutliche Absenkung des Entgeltes. Die Höhe des der TAL-Miete würde auch wesentlich für die Festlegung der Endkundenpreise sein. Die Telekom selber rechne nach Angaben Grützners mit Einsparungen von 0,9 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010. Diese Einsparungen seien bei dem der Bundesnetzagentur vorgelegten Entgeltantrag nicht berücksichtigt.
Bundesnetzagentur entscheidet am 30. Juni
Auf Anfrage von onlinekosten.de machte die Bundesnetzagentur keine Angaben zu dem Inhalt des Telekom-Antrages. Die Bundesnetzagentur werde aber am 30. Juni über die von der Telekom vorgelegten Preisvorstellungen entscheiden.
Jörg Schamberg